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Badgir

Funktionsweise eines Windturms (Bagdir) zusammen mit Qanaten zur Kühlung. Quelle: Wlilliamburg

Ein Bādgir (persisch <bdi dir="ltr">بادگير</bdi>, ‚Windfänger‘) ist als Windturm ein traditionelles persisches Architekturelement, welches seit Jahrhunderten für die Ventilation (Belüftung) von Gebäuden verwendet wird. Es ist nicht genau bekannt, wo ein Bādgir zum ersten Mal zum Einsatz gekommen ist, aber sie werden auch heute noch sehr gerne in den verschiedensten Varianten genutzt. Ein Bādgir besitzt meist mindestens zwei vertikale Kanäle. Andere Windtürme wie der Malqaf (arab.) hingegen besitzen meist nur einen Kanal.

Der Bādgir ist ein massiv gebauter Turm, der von den untersten Räumen eines Gebäudes bis über das Dach hinausreicht. Er ist unterteilt, meist in vier vertikal geführte Lüftungskanäle, die oben in alle vier Himmelsrichtungen geöffnet sind und zur Steuerung einzeln verschlossen werden können. Der Bādgir kann je nach seiner Ausführung und Einbindung ins Gebäude, dem Standort und vor allem der augenblicklichen klimatischen Situation unterschiedlich wirken und kann mit anderen Einrichtungen kombiniert werden.

Die Höhe des Turms ermöglicht einen auf Wärmeströmung beruhenden Kamineffekt, das Zuführen frischerer Luft und das ungehinderte Wirken des Windes. In eng bebauten Siedlungen eröffnen sich zusätzliche Freiheiten, weil die Gebäudeausrichtungen, unabhängig von einer Hauptwindrichtung, an der Sonne orientiert werden können, um starke Einstrahlungen in die Fenster zu vermeiden. Nachdem zunehmend elektromechanische Ventilatoren und Klimaanlagen eingesetzt wurden, treten Badgire im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit wieder mehr ins Blickfeld. 

Bezug zur Geothermie

Windtürme sind eine historisch belegte Nutzung oberflächennaher Geothermie (Kühlung). Die kühlere Luft wird aus oberflächennahen, oft teilweise wassergefüllten Kanälen (Qanat), bezogen.

Weblink

https://de.wikipedia.org/wiki/Badgir

zuletzt bearbeitet April 2020