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Bergsenkung

Bergsenkungen durch den Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet. Quelle: LWL

Als Bergsenkung bezeichnet man bestimmte Bodenbewegungen, die aufgrund von Bergbautätigkeiten entstehen und sich bis zur Erdoberfläche auswirken. Durch die Bergsenkungen kann es zur Beeinträchtigung von Bauwerken und Landschaften kommen.

Beim Abbau einer untertägigen Lagerstätte bleibt nach der Hereingewinnung des Bodenschatzes ein entsprechend großer Hohlraum zurück. Wird das Hangende nicht abgestützt, so bricht das Deckgebirge nach einer kurzen Zeit in den offenen Hohlraum hinein und verfüllt diesen. Dieser Vorgang pflanzt sich bis zur Erdoberfläche fort, so dass nach einer bestimmten Zeit wieder ein kompakter Gebirgskörper vorhanden ist.

Man unterscheidet dabei reguläre und irreguläre Bergsenkungen. Reguläre Bergsenkungen verlaufen allmählich und gleichmäßig, irreguläre Bergsenkungen verlaufen plötzlich und ungleichmäßig bis hin zum Tagesbruch. Reguläre Bergsenkungen sind typisch für den tiefen Bergbau, irreguläre Bergsenkungen entstehen durch den tagesnahen Bergbau.

Das Ausmaß der Bergsenkung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend für die Tiefe der Senkung ist, ob der Hohlraum mit Bergeversatz verfüllt wurde oder ob mit Bruchversatz gearbeitet wurde.

Für die Form der Senkung ist das verwendete Abbauverfahren entscheidend. Bei der Verwendung von Bergeversatz wird dieser aufgrund des Gebirgsdruckes auf 30° Prozent seines Volumens zusammengedrückt. Beim Örterbau und beim Kammerbau verhindern zunächst die Bergfesten eine Bergsenkung, werden diese Bergfesten mit geraubt, verbricht das Hangende. Wird der Örterbau beim tiefen Bergbau angewendet, kommt es zu regulären Bergsenkungen, beim tagesnahen Bergbau entstehen irreguläre Bergsenkungen. Beim Strebbau kommt es zu regulären Bergsenkungen. Durch den Weitungsbau und den Bruchbau kommt es zu irregulären Bergsenkungen, das Gebirge ist auf eine nicht bestimmbare Zeit in Bewegung und es besteht ständig die Gefahr der Bildung von Hohlräumen und des Nachbruchs der Gebirgsschichten. Beim Sinkwerksbau entstehen große Hohlräume, die sich mit der Zeit schließen, dadurch kommt es zu irregulären Bergsenkungen und auch zu Tagesbrüchen.  

Bergsenkungen werden zwar hauptsächlich für den klassischen Tiefbau beschrieben, wo es zu Absenkungen von mehreren Metern bis zu Zehnermetern kam,  sie werden jedoch aufgrund der genaueren Beobachtungstechniken auch beim Bohrlochbergbau auf Erdöl und Erdgas beobachtet. Hier geht es dann um Senkungen im Bereich von Dezimetern.

Im Zusammenhang mit der Geothermie kann man davon ausgehen, dass ein abkühlungsbedingter Volumenverlust im Untergrund theoretisch auch zu Senkungen führt. Diese sind jedoch, schon rein rechnerisch, so klein, dass sie bisher nicht beobachtet werden konnten.

In der Hochenthalpiegeothermie mit oberflächennahen Dampflagerstätten kann es auch zu Bergsenkungen von mehreren Metern kommen (Neuseeland, 12 Meter).

Nicht verwechselt werden dürfen diese Bergsenkungen mit Senkungen oder Hebungen aufgrund von lokalen Gesteinsveränderungen (Auslaugung, Quellung) im Zusammenhang mit unsachgemäß ausgeführten Anlagen der Oberflächennahen Geothermie.

Bergsenkungen können heute im Zuge der Bergbauplanung recht gut mit geeigneten Programmen vorausberechnet werden. Zur Messung der Senkungen werden zunehmend moderne Verfahren z.B. Satellitenverfahren wie Radar- Interferometrie eingesetzt. Die Regulierung möglicher Schäden wird durch die im Bergrecht verankerte 'Bergschadensvermutung' für die Betroffenen erleichtert.

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