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Bohrfortschritt

Unter Bohrfortschritt versteht man in der Tiefbohrtechnik die Vortriebsgeschwindigkeit des Bohrers. Er wird meist in Metern / Stunde angegeben.

Der Bohrfortschritt ist in der Regel keine Konstante, sondern:

  • abhängig von der Art, Festigkeit und Bohrbarkeit des Gebirges,
  • von der Art des Bohrwerkzeuges,
  • von den Einsatzparametern des Meißels und
  • von einer erfolgreichen Bohrlochsohlenreinigung.

Wichtiges Hilfsmittel zur Gesteinsbeurteilung können auch Bohrfortschrittsdiagramme sein, aus denen der durch die Gesteinshärte bestimmte Bohrfortschritt in Abhängigkeit von der Zeit dargestellt wird.

Dass der Bohrfortschritt mit zunehmender Teufe schlechter wird, hängt nicht nur mit dem Antreffen härterer Gesteine zusammen. Mit steigendem Druck, also auch mit steigendem spezifischem Gewicht der Spülung, verlangsamt sich der Bohrfortschritt ebenso. Er ist umso besser, je dünnflüssiger die Spülung ist.

Der mittlere Bohrfortschritt über eine längere Zeit oder ein größeres Tiefenintervall oder gar die ganze Bohrung ist wesentlich kleiner als die kurzeitig gemessenen Bohrfortschritte. Hier gehen dann auch technische und sonstige Stillstandzeiten ein.

Literatur

Wirth Gruppe: Bohrtechnisches Handbuch. Erkelenz: Wirth Maschinen- und Bohrgeräte Fabrik GmbH, 2004. S. 320.

Hölting, B. und Coldewey, W.G.: Hydrogeologie - Einführung in die Allgemeine und Angewandte Hydrogeologie. Zürich: Elsevier GmbH, 2005. S. 234.

Grodde, K.H.: Bohrspülungen und Zementschlämme in der Tiefbohrtechnik. Hamburg:  Verlag + Werbung Otto Vieth, 1963. S. 14.

zuletzt bearbeitet Mai 2020