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DemoCELL - Forschungsvorhaben

Eine unzureichende Datenlage hemmt die geothermische Entwicklung durch Kommunen oder Privatwirtschaft im Norddeutschen Becken, so auch im Großraum Celle. Eine Explorationskampagne durch Bohrungsaufschluss und Reservoircharakterisierung des Rhäts würde in der Region zu einem erheblichen Entwicklungsschub insbesondere für die Mitteltiefe Geothermie führen. Dazu schließen sich Baker Hughes INTEQ GmbH ('Baker Hughes') und die Georg-August Universität Göttingen im Projekt demoCELL zusammen, um gemeinsam auf dem BETA-Test-Feld, das bislang Baker Hughes als Feldesinhaber ausschließlich dem technischen Testen von Bohrwerkzeug gedient hat, eine tiefengeothermische Bohrung zum Aufschluss, Testen, Beproben und Charakterisieren der Rhätsandsteine abzuteufen

Steckbrief

Programm/ Zuschussgeber

BMWK

Akronym

DemoCELL

Titel/ Thema

DemoCELL - Geothermische Standortentwicklung im Niedersächsischen Becken: Exploration für das Demonstrationsvorhaben Tiefengeothermie im Großraum Celle 

Identifikation/ Zuwendungsnummer

03EXP4007

Durchführungszeitraum

2024-12-01 2026-11-30

Geschätzte Kosten/ Zuwendungsbetrag

3.710.262,85 €

Sonstiges

-

Wesentliche Forschungsschwerpunkte

Das BETA-Test-Feld liegt im Raum Ahnsbeck. Die Nutzung der bestehenden Baker Hughes Testbohranlage BETA und des dazugehörigen Erlaubnisfelds zur Exploration der Rhätsandsteine ermöglicht einen sehr zügigen Beginn der operativen Arbeiten. Anhand der neuen Bohrdaten soll das Reservoir eingehend charakterisiert und bewertet werden, um einen optimalen Standort für ein Demonstrationsvorhaben im Großraum Celle zu identifizieren. Ein weiteres Ziel des Verbundvorhabens ist die Entwicklung eines Erschließungskonzepts für eine technische und wirtschaftliche Umsetzung des Demonstrationsvorhabens für Tiefengeothermie (insbesondere Mitteltiefe Geothermie) im Großraum Celle. Sollten die Projektergebnisse ein wirtschaftlich nutzbares hydrothermales Reservoir ergeben, so soll in einem möglichen anschließenden Projekt das Reservoir für die geothermische Wärmeversorgung im Raum Celle ausgebaut werden.

Kooperationspartner und Teilvorhaben

Baker Hughes INTEQ GmbH, Teilvorhaben BH

Georg-August-Universität Göttingen - Geowissenschaftliches Zentrum der Universität Göttingen, Abteilung Strukturgeologie und Geothermik, Teilvorhaben UGOE

Testgebiete, Untersuchungsgebiete

Celle

Aktuelles

2025: Die Tests dauern noch an, aber erste Ergebnisse deuten auf gute Reservoirbedingungen für die geothermische Nutzung am Standort DemoCELL in Ahnsbeck, Niedersachsen, Deutschland, hin.

Ein Geothermie-Forschungsbohrprojekt in der Nähe von Ahnsbeck im niedersächsischen Landkreis Celle hat vielversprechende Ergebnisse erzielt, die auf ein sehr gutes Geothermiepotenzial an diesem Standort hindeuten. Dies gilt als erste erfolgreiche Geothermiebohrungen in Niedersachsen.

Das Projekt DemoCELL, eine Kooperation der Universität Göttingen und Baker Hughes, soll untersuchen, ob geothermische Ressourcen auf dem Studiengelände zur Versorgung der Umgebung gefördert werden können. Der Studienstandort ist Teil eines geothermalen Explorationsgebiets, das Baker Hughes im Jahr 2023 vergeben wurde. Das Projekt ist Teil der Explorationsstrategie des Bundeswirtschaftsministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWK), Gebiete mit gutem Potenzial für zukünftige Geothermieprojekte zu untersuchen.

Das Bohrloch ist erfolgreich beim Zugang zum geothermischen Reservoir, das der Rhäter Sandstein in einer Tiefe von 2400 bis 2500 Metern beherbergt. Die Produktionstests sind noch im Gange, aber die ersten Ergebnisse wurden als vielversprechend beschrieben. Dr. Oliver Höhn, der das Projekt im Rahmen von Baker Hughes betreut, gibt an, dass über 1000 Kubikmeter Thermalwasser gewonnen wurden und die Temperatur des Wassers am Bohrloch 100 °C betrug.

Während des Tests maßen die Forscher den Druck und die Temperatur im Reservoir und die verwendete Tauchzülpumpe. Diese Daten werden analysiert, um die Reservoirparameter wie Temperatur, Durchlässigkeit und Produktionsindex oder Intelitätsindex zu bestimmen. Diese Informationen ermöglichen es dem Team, die Mengen zu bewerten, bei denen Geothermie aus dem Untergrund gewonnen werden kann.

Bohrkerne aus 2500 Metern Tiefe

Teil des Projekts ist die Gewinnung von Bohrkernen aus dem Rhäter Sandstein. Mit dem BETA-Testbohrgerät von Baker Hughes brachte das Team erfolgreich einen 100 Meter langen Kern ohne Verluste an die Oberfläche. Dies ermöglicht eine detaillierte Untersuchung des Sandsteins, um Eigenschaften wie Durchlässigkeit und Lagerkapazität zu bestimmen.

„Wir haben einen Kern von sehr hoher Qualität erhalten“, sagte Dr. Matthias Franz, Mitglied der Abteilung Strukturgeologie und Geothermics an der Universität Göttingen. "Die durchschnittliche Durchlässigkeit, die wir an den Proben gemessen haben, beträgt etwa 832 Millidarcy - was darauf hindeuten würde, dass der raue Sandstein sehr geeignet ist."

Die Tests sind noch im Gange, aber die erste Einschätzung der Forscher ist, dass die 44 Meter dicke Sandsteinschicht ausreichend durchdrungen ist. Die Daten aus den Tests bilden die Grundlage für die mögliche Nutzung des Standortes. Weitere Forschungen sind auch an anderen Standorten im Großraum Celle geplant. Am Ende des Projekts will das Forscherteam ein Konzept für ein Demonstrationsprojekt zur mitteltiefen Erdwärmenutzung entwickeln.

Weblinks

https://www.enargus.de/detail/?id=326544336

https://3r-rohre.de/produkte-verfahren/democell-vielversprechende-erdwaerme-potenziale-bei-celle/ 

Literatur

Zu Literatur siehe:

zuletzt bearbeitet Juni 2025, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de