Mitglied werden Sponsor werden

Diskriminierung (Erdbeben)

Der Begriff Diskriminierung wird häufig als Fachterm verwendet, wenn versucht wird, zwischen natürlichen (tektonischen) und induzierten (menschgemachten) Erdbeben oder Bodenerschütterungen zu unterscheiden. Gebirgsmechanische Überlegungen oder Berechnungen können zwar angestellt werde, führen aber oft nicht zum Ziel. Oft sind auch die verfügbaren Informationen über das Spannungsfeld einerseits und über das tektonische Inventar andererseits nicht ausreichend bekannt. Gleichfalls besteht oft nicht ausreichende Sicherheit über die, die möglicherweise aktiven Störung charakterisierenden Parameter. Diskriminierung ist in der Regel im Nachhinein, also nach Auftreten einer zu bearbeitenden Erschütterung gefragt.

In der Praxis wird üblicherweise auf eine Beurteilung nach einem Kriterienkatalog ausgewichen. Hierbei spielt eine Rolle:

  • Auftretenszeitpunkt in Relation zu den bergbaulichen Aktivitäten
  • Räumliche Lage (Epizentrum)
  • Tiefenlage (Hypozentrum)
  • weitere Kriterien

Um den Einwirkungsbereich einer Bergbauaktivität im Untergrund abschätzen zu können, auch um zu entscheiden, ob diese Einfluss auf die Aktivierung oder Reaktivierung eines entfernteren Störungssystems haben können, wird oft zwischen nassen Einwirkungen (durch Wasserfluss) oder durch trockene Einwirkungen (Veränderungen des Spannungsfeldes) unterschieden. Hier sind dann numerische Modellierungen der Wasserausbreitung und der Spannungveränderungen möglich und notwendig.

Literatur

Dahm, T., Becker, D., Bischoff, M., Cesca, S., Dost, B., Fritschen, R., Hainzl, S., Klose, C. D., Kühn, D., Lasocki, S., Meier, Th., Ohrnberger, M., Rivalta, E., Wegler, U., Husen, S.: Zur Diskriminierung induzierter Seismizität. In: Mitteilungen der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft, Nummer 2 (2013), S. 5-9

Dahm, Bekcer, Bischoff, Cesca, Dost, Fritschen, Hainzl, Klose, Kühn, Lasocki, Meier, Ohrnberger, Rivalta, Wegler, Husen: Recommendation for the discrimination of human-related and natural seismicity. In: J. Seismol. Nummer 17 (2013), S. 197-202

Dahm, T., Becker, D., Bischoff, M., Cesca, S., Dost, B., Fritschen, R., Hainzl, S., Klose, C. D., Kühn, D., Lasocki, S., Meier, Th., Ohrnberger, M., Rivalta, E., Wegler, U., Husen, S.: Recommendation for the discrimination of human-related and natural seismicity. In: Journal of Seismology, Nummer 17 (2013), S. 197-202

Dahm, T., Hainzl, S., Becker, D., Bisschoff, M., Cesca, S., Dost, B., Fritschen, R., Kuhn, D., Lasocki, S., Klose, C. D., Meier, T., Ohrnberger, M., Rivalta, E., Shapiro, S., Wegler, U.: How to discriminate induced, triggered and natural seismicity. In: Proceedings of the Workshop Induced Seismicity, (2010), S. 69-76

Frantti, G. E., L. A. Levereault: Auditory discrimination of seismic signals from earthquakes and explosions. In: Bull. Seismol. Soc. Am. Nummer 55 (1965), S. 1-25