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Erdwärmesondenfeld

Beispiel eines Erdwärmesondenfeld zur Versorgung eines Quartiers. Quelle: Huber

Im Objektbereich reichen ein oder zwei Erdwärmesonden nicht mehr aus, um den hier erforderlichen Wärmebedarf abdecken zu können. Es sind in aller Regel sehr viel mehr Erdwärmesonden, also ein Erwärmesondenfeld, erforderlich. Anders als im Wohnungssektor spielen im Objektbereich in aller Regel auch Fragen der Klimatisierung, der Kühlung, der Nutzung von Prozesswärme und auch die Nutzung verschiedener erneuerbarer Energien, etwa der Sonnenenergie, von Biomasse oder geothermischer Energie eine Rolle. Daneben können Anlagen zur Kraft-Wärme- Kopplung eingebunden werden.

Um diesen vielfältigen Spezifikationen und Einzelprofilen gerecht zu werden und die einzelnen Anlagentechniken sinnvoll und richtig einzusetzen und miteinander zu kombinieren, ist die Erstellung eines Gesamtenergiekonzeptes unerlässlich. Für Kurzzeitspeicherung sind jedoch Erdwärmesonden wegen der langen Zeitkonstanten nicht die geeigneten Instrumente. Von Erdwärmesondenfeldern kann man dann sprechen, wenn mehr als 5 Erdwärmesonden in räumlichem Zusammenhang errichtet werden. Je größer ein Erdwärmesondenfeld ist, desto mehr behindern die Nachbarsonden das passive Nachfließen von Wärme aus der Umgebung. Bei Sondenfeldern kann daher die spezifische Leistungsfähigkeit einer Einzelsonde nur dann erreicht werden, wenn das Sondenfeld im Sommer aktiv regeneriert wird, also Wärme in die Erdwärmesonden eingespeist wird. Bei richtiger Auslegung kann auf den Einsatz von Frostschutzmitteln verzichtet werden, so dass die Gesamtanlage mit reinem Wasser betrieben werden kann, was zu einer beträchtlichen Effizienzsteigerung führt.

Für Erdwärmesondenfelder,die zusätzlich die Aufgabe von saisonalen Wärmespeichern aus der Solarthermie oder dem Kühlbedarf von Gebäuden übernehmen, können je nach Auslegung mehr als 100 in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang befindliche Erdsonden errichtet werden. Dort wird im Sommer anfallende Solarwärme in den Untergrund eingespeichert und während der darauf folgenden Heizperiode über eine Wärmepumpe wieder entnommen.

Zu den größten Erdsondenfeldern gehören beispielsweise die Anlage in Lørenskog für das Nye Ahus Krankenhaus (Norwegen) mit 350 Erdwärmesonden, die jeweils 200 m tief sind, oder die Anlage in Istanbul für das Ümraniye Einkaufszentrum (Türkei) mit 208 Erdwärmesonden.

Literatur

Stober, Ingrid; Kurt Bucher (2020): Geothermie, Springer Spektrum, 3. Auflage. ISBN 978-3-662-60939-2 ISBN 978-3-662-60940-8 (eBook). https://doi.org/10.1007/978-3-662-60940-8.

zuletzt bearbeitet Januar 2022, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de