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Fan coils

Fan coil für einen Einzelraum. Quelle: Deutsche-thermo.de
Fan Coil in Form eines üblichen Heizkörpers. Quelle: Hassine

Fan Coils oder Fan Coil Units (Gebläsekonvektoren, belüftete Heizkörper) sind dezentrale Geräte zur Raumklimatisierung. Sie bestehen im Kern aus einem elektrisch angetriebenen Ventilator sowie einem Wärmeübertrager und können Räume heizen oder kühlen. Nimmt der Ventilator seinen Betrieb auf, saugt er Luft aus dem Raum an. Diese strömt über den Wärmeübertrager, an dem sie thermische Energie abgibt (Kühlfunktion) oder aufnimmt (Heizfunktion), bevor die Luft zurück in den Raum gelangt. Auf ihrem Weg durch den Fan Coil passiert die Raumluft außerdem einen Filter, der ihr je nach Ausführung grobe Verschmutzungen oder sogar Feinstaub und Pollen entzieht. Mit den Geräten sorgen Anlagenbetreiber also jederzeit für optimale Luftverhältnisse.

Besonderheit: Fan Coils arbeiten mit Wasser als Wärmeträgermedium

Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Funktionsprinzip der Fan Coils kaum von dem anderer Klimageräte. Doch eine Besonderheit gibt es: Als Wärme- beziehungsweise Kälteträgermedium kommt hier reines Wasser zum Einsatz. Im Gegensatz zu Kältemittel, welches konventionelle Klimageräte mit Direktverdampfung erschließt, ist Wasser weder giftig noch brennbar. Es schadet der Umwelt nicht und ist mit deutlich geringeren Anforderungen an Sicherheit und Installationstechnik verbunden. Die Leitungen lassen sich von vielen Monteuren verlegen (keine Kältetechniker erforderlich), warten und bei Bedarf jederzeit erweitern. Letzteres ist zum Beispiel dann nötig, wenn die Klimatisierung auch andere Räume oder neue Gebäude versorgen soll.

Bedeutung für die Geothermie

Geothermische Heizsysteme sind besonders effektiv, wenn sie niedrige Vorlauftemperaturen haben. Häufig führt dies zu Flächenheizungen wie Boden-, Wand- oder Deckenheizungen. Inbesondere in Altbauten ist der Umbau auf Flächenheizungen mit erheblichen Kosten verbunden oder gar nicht möglich. Übliche Heizkörper (Radiatoren, Konvektoren) verlieren bei niedrigen Vorlauftemperaturen teilweise ihre Funktion. Der Strahlungsanteil der Wärmeabgabe wird deutlich kleiner und die durch die warme Luft im Heizkörper angeregte Konvektion kommt nicht wirksam zustande. Hier kann die Belüftung des Heizkörpers mit Ventilatoren aushelfen und eine wirksame Luftzirkulation erzwingen. Fan Coils, also belüftete Heizkörper sind eine gute Allternative zu Flächenheizungen. Sie können beim Heizungsumbau der Baugröße der bisherigen Heizkörper angepasst sein, so dass ein Umbau wesentlich erleichtert wird. Die Ventilatorn können heute so leise sein, dass man den Heizkörper nicht hört, zudem ist der Stromverbrauch der Ventilatoren vernachlässigbar.

Weblinks

https://www.deutsche-thermo.de/wiki/fan-coils-geblaesekonvektoren/

zuletzt bearbeitet Februar 2022, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de