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Geogene Gase

Der Begriff Geogene Gase bezieht sich auf Gase, die natürlichen Ursprungs sind und aus geologischen Prozessen stammen. Sie entstehen tief im Erdinneren und können durch Risse, Spalten und Poren in eine Lagerstätte oder an die Erdoberfläche gelangen.

Einige Beispiele für geogene Gase sind:

  • Radon (Rn): Ein radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran und Thorium im Erdinneren entsteht. Radon kann in Gebäude eindringen und ein Gesundheitsrisiko darstellen. Das "geogene Radonpotential" beschreibt die Verfügbarkeit von Radon in einem bestimmten Gebiet.

  • Methan (CH4​): Ein wichtiger Bestandteil von Erdgas, das sowohl geogenen als auch biogenen Ursprungs sein kann. Es entsteht unter anderem in Steinkohlerevieren.

  • Kohlendioxid (CO2​): Ein natürliches Treibhausgas, das durch geologische Prozesse freigesetzt wird, wie beispielsweise durch Vulkanismus.

  • Helium (He): Insbesondere das Helium aus dem Erdmantel (3He) ist ein wichtiger Indikator für Gasaustritte aus tiefen Erdschichten.

  • Wasserstoff (H2​): Geogener Wasserstoff wird als eine potenzielle zukünftige Energiequelle erforscht.

Die Untersuchung geogener Gase liefert wertvolle Informationen über die geologischen und tektonischen Gegebenheiten einer Region, wie z.B. über die Herkunft von Magma oder die Aktivität von Störungssystemen. Sie können auch eine Rolle beim natürlichen Treibhauseffekt spielen.

Beispiel Slazbergbau

Typische Gase im Kali- und Steinsalzbergbau sind

  • Kohlendioxid (CO2),
  • Methan (CH4 sowie weitere Kohlenwasserstoffe),
  • Wasserstoff (H2) und
  • Stickstoff (N2) -

häufig in Kombination mit weiteren Spurengasen wie

  • Schwefelwasserstoff (H2S) und
  • Mercaptanen.

Nahezu alle geogenen Gase, die im Bergbau auftreten, sind unter Tage gefährlich, da sie entweder nicht atembar (z.B. CO2 und N2), explosiv (z.B. CH4 und H2) oder giftig (z.B. H2S) sind.

Kohlendioxid

kommt vor allem in Regionen mit ehemaligem Vulkanismus vor. Das Gas wird hierbei über Störungen und Klüfte, meist assoziiert mit Basaltgängen, in die aufzufahrenden Evaporitschichten transportiert. Kohlendioxid ist nicht brennbar, jedoch besteht in höheren Konzentrationen Erstickungsgefahr.

Methan und andere Kohlenwasserstoffe

entstehen dagegen durch die Zersetzung organischen Materials und sind häufig mit Erdöl- oder Erdgaslagerstätten assoziiert. Derartige Gase sammeln sich häufig in sogenannten Fallen am Rand von diapirischen Salzstrukturen, z.B. im Norddeutschen Becken. Auch sie werden durch Störungen in die Lagerstätte transportiert. Kohlenwasserstoffe sind in bestimmten Konzentrationen in der Luft explosiv.

Damit potenziell gefährliche Gase keinen Schaden verursachen werden im Bergbau verschiedenen Maßnahmen getroffen. Zum einen werden durch eine engmaschige Exploration des unverritzen Gebirges potenziell gefährdete Bereiche vorab erkundet, so dass entsprechende Maßnahmen bei der Auffahrung eingeleitet werden können. Zum anderen werden in Werken mit potenziell auftretenden explosiven Gasen Maßnahmen zum Explosionsschutz getroffen. Weiterhin werden angetroffene Gase beprobt und analysiert, so dass Rückschlüsse auf deren Gefahrenpotenzial und Entstehung getroffen werden können.

Beprobung

Beprobt werden Gase meist mit Gasfangvorrichtungen oder Gassammelrohren, häufig auch als "Gasmaus" bezeichnet. Sollte eine Beprobung mit diesen Hilfsmitteln nicht möglich sein, kommen auch kreative Lösungen zum Einsatz.

Bedeutung in der Geothermie

Geogene Gase können in den Thermalwässern der Tiefen Geothermie sowohl gasförmig (NCG - non condensable gases) als auch im Wasser gelöst vorkommen. Sie können erheblich Probleme bei dem Umgang mit dem Thermalwasser verursachen. Andererseits können sie auch einen zusätzlichen Wert darstellen.

Literatur

Zu Literatur siehe:

zuletzt bearbeitet August 2025, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de