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Grabenkollektor

Ein Grabenkollektor ist ein System zur oberflächennahen Nutzung von Erdwärme (Geothermie), das in Verbindung mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe zur Beheizung von Gebäuden dient. Er stellt eine kostengünstige und platzsparende Alternative zu klassischen Flächenkollektoren oder Tiefensonden dar.

Funktionsweise und Aufbau

Der Grabenkollektor nutzt die relativ konstante Temperatur in der oberflächennahen Erdschicht (bis etwa 2 Meter Tiefe), die durch die jährliche Sonneneinstrahlung regeneriert wird.

  • Verlegung: Anders als Flächenkollektoren, die flach über eine große Fläche verlegt werden, werden die Kunststoffrohre (PE-Rohre) des Grabenkollektors in einem tiefen, aber schmalen Graben versenkt. Der Graben ist typischerweise 1,5 bis 2,0 Meter tief und je nach System (z. B. Ringgrabenkollektor) oft nur bis 1 Meter breit.
  • Rohrführung: Die Rohre werden in dem Graben meist mäander- oder spiralförmig (häufig als sogenannte "Slinky-Form") am Grabenboden oder an den vertikalen Grabenwänden verlegt, um die Entzugsfläche zu maximieren, ohne viel Bodenfläche zu beanspruchen.
  • Medium: In den Rohren zirkuliert eine Sole (ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel), die die Wärme des umliegenden Erdreichs aufnimmt.
  • Wärmeübertragung: Die erwärmte Sole wird zur Wärmepumpe im Gebäude transportiert. Dort wird die Energie durch ein Kältemittel und Kompression auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und für die Heizung oder Warmwasserbereitung genutzt.

Vorteile des Grabenkollektors

  • Kosteneffizienz: Im Vergleich zu Erdsonden sind die Erdarbeiten und Installationskosten geringer, da keine Bohrungen nötig sind.
  • Platzsparend: Er eignet sich gut für Grundstücke, auf denen die Fläche für einen klassischen Flächenkollektor nicht ausreicht. Der Graben kann zudem flexibel - oft ringförmig um das Gebäude herum - verlegt werden (sogenannter Ringgrabenkollektor).
  • Effizienz: Durch die hohe Dichte der Rohre in der Tiefe können gute Jahresarbeitszahlen (JAZ) erreicht werden, vergleichbar mit Erdsonden.
  • Kühlung: Im Sommer kann der Kollektor, falls der Graben ausreichend tief ist,  für die passive Kühlung genutzt werden, indem die Wärme aus dem Gebäude über die Sole an das kühlere Erdreich abgeführt wird.

Einschränkungen

  • Flächennutzung: Die Fläche über dem Kollektor darf nicht überbaut oder versiegelt werden, damit das Erdreich durch Regenwasser und Sonneneinstrahlung regeneriert werden kann.
  • Bepflanzung: Es dürfen keine Tiefwurzler (z. B. große Bäume) über dem Kollektor gepflanzt werden, da deren Wurzeln die Rohre beschädigen oder die Wärmeregeneration negativ beeinflussen könnten.
  • Bodenbeschaffenheit: Eine gute Bodenleitfähigkeit und ein hoher Feuchtigkeitsgehalt sind wichtig für eine optimale Wärmeentzugsleistung.

Verlegung in Schlitzgräben (Vertikalkollektor)

Der Begriff Grabenkollektor fasst verschiedene Verlegeformen zusammen, wobei die vertikale Anordnung in einem schmalen Graben eine spezielle und sehr effektive Variante darstellt:

  • Der Schlitzgraben: Anstatt einen breiten, aber flachen Graben auszuheben, wird hier ein sehr schmaler Schlitzgraben (oft nur 30 bis 60 cm breit) gezogen, der dafür tiefer ist (typischerweise 2,0 bis 2,5 Meter oder mehr).
  • Vertikale Anordnung: Die Kollektorrohre werden in diesem schmalen, tiefen Graben nicht flach auf dem Boden liegend, sondern senkrecht oder in stehenden Slinky-Schlaufen an den Grabenwänden fixiert.
  • Platzersparnis: Die vertikale Verlegung in einem Schlitzgraben ermöglicht es, die erforderliche Rohrlänge für die Wärmeentnahme auf einer wesentlich kleineren Bodenfläche unterzubringen, als es bei einem breiten, horizontal verlegten Kollektor der Fall wäre.

Warum vertikal verlegen?

Die vertikale Verlegung im Schlitzgraben bietet mehrere Vorteile:

  • Minimale Bodenfläche: Ideal für kleine Grundstücke oder sensible Gärten, da nur ein schmaler Streifen des Grundstücks betroffen ist.
  • Höhere Temperaturen: Durch die größere Tiefe wird teilweise der Effekt von Erdwärmesonden nachgeahmt. In tieferen Schichten sind die Temperaturen höher und konstanter und werden weniger durch kurzfristige Lufttemperaturen beeinflusst.
  • Geringerer Erdaushub: Durch die Schmalheit des Grabens wird insgesamt weniger Erdreich bewegt als bei einem breiten, flachen Flächenkollektor, was die Bauarbeiten vereinfacht und beschleunigt.
  • Stabilität bei Grundwasser: Bei hohem Grundwasserstand kann die vertikale Anordnung vorteilhaft sein, da feuchtes Erdreich die Wärme besonders gut leitet.

Quelle

Teilweise Gemini, überarbeitet

Literatur

Zu Literatur siehe:

zuletzt bearbeitet November 2025, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de