Mitglied werden Sponsor werden

Groß Schönebeck - Forschungsvorhaben

Kraftwerksmodule in Groß Schönebeck. Quelle: GFZ

Groß Schönebeck, nordöstlich von Berlin, ist der Standort des In-Situ-Geothermielabors des Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ). Als wichtiges Pilotvorhaben in der geothermischen Technologieentwicklung werden vor Ort neue Verfahren zur nachhaltigen und wirtschaftlichen Energiegewinnung aus Heißwasserlagerstätten erprobt und weiterentwickelt.

Steckbrief

Programm/ Zuchussgeber

Forschungsplattform Groß-Schönebeck

Akronym

 

Titel/ Thema

 

Identifikation/ Zuwendungsnummer

 

Durchführungszeitraum

1000 -

Geschätzte Kosten/ Zuwendungsbetrag

-

Sonstiges

Verschiedene Einzelprojekte

   

Wesentliche Forschungsschwerpunkte

Der Standort bietet typische geologische Bedingungen für weite Teile Europas, so dass gewonnene Erkenntnisse auch auf diese Regionen bzw. weltweit auf Regionen ähnlicher geologischer Struktur übertragen werden können. Bereits im Winter 2000 wurde in Groß Schönebeck eine vorhandene Erdgasexplorationsbohrung aus den 90er Jahren geöffnet und um 54 Meter auf 4.294 Meter vertieft. 2006 wurde die Bohrung, die im Oktober 2003 nochmals auf 4.309 Meter vertieft worden war, mit einer zweiten, 4.400 Meter tiefen Bohrung zu einem Dublettensystem ausgebaut. Zur Stimulation des wasserführenden Tiefengesteins wurde das hydraulische Wasserfrac-Verfahren auf geothermische Anwendungen angepasst, weiterentwickelt und 2003 in der Altbohrung, 2007 in der neuen Bohrung erfolgreich zur Produktivitätserhöhung eingesetzt.

Der nächste Schritt zur geothermischen Energieerzeugung ist die erfolgreiche Zirkulation des Wassers zwischen den räumlich getrennten Bohrungen, die im Bereich des Reservoirs etwa einen halben Kilometer weit auseinander liegen. Ein Langzeitzirkulationsexperiment soll zeigen, ob sich das erzeugte Risssystem zum dauerhaften Transport und Wärmeaustausch des im Untergrund vorhandenen Wassers eignet. Nur langfristig gesicherte Produktionsraten erlauben eine nachhaltige Nutzung des Heißwasserreservoirs und machen die Investition in die Stromerzeugung wirtschaftlich interessant. Kann eine ausreichende Produktivität nachgewiesen werden, dann soll nach 2008 am Standort Groß Schönebeck in Kooperation mit Partnern aus der Industrie eine ORC-Kraftwerksanlage mit einer elektrischen Leistung von > 750 kWel errichtet werden. Vorgesehen ist, die Anlage neben Demonstrationszwecken vorrangig für verfahrenstechnische und energiewirtschaftlicheUntersuchungen zur Optimierung des Betriebsprozesses zu nutzen. 

Projekt-Kenndaten

  • Erschließungskonzept:                                Enhanced Geothermal System (EGS)
  • Zielnutzhorizont:                                          Rotliegend
  • Tiefe der Förderbohrung:                               4.400 m
  • Tiefe der Injektionsbohrung:                           4.309 m
  • Abstand der Bohrungen übertage:                  22 m
  • Abstand der Bohrungen untertage:                 475 m
  • Fördertemperatur der Sole:                            150 °C
  • Förderrate (geplant):                                      > 50 m3/h (> 14 l/s)
  • Salzgehalt der Sole:                                      280 g/l
  • Stromerzeugungsverfahren:                            Organic Rankine Cycle (ORC)-Anlage
  • Elektrische Leistung:                                     > 750 kWel
  • Geothermische Leistung:                               > 10 MWth
  • Inbetriebnahme (geplant):                               > 2008

Weblink

http://www.ie-leipzig.com/IE/Geothermie/Portal/Projekte/GrossSchoenebeck.pdf

https://www.gfz-potsdam.de/sektion/geothermische-energiesysteme/infrastruktur/geothermie-forschungsplattform-gross-schoenebeck/

Literatur:
Reinsch, T., Blöcher, G., Kranz, S. (2015): Data from the Groß Schönebeck Research Platform 2011-06-01 - 2013-12-31 (Report), (Scientific Technical Report - Data ; 15/02), Potsdam : Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, 71 p.

http://doi.org/10.5880/GFZ.b103-15021.1

GFZpublic

http://doi.org/10.2312/GFZ.b103-15021

http://doi.org/10.1016/j.geothermics.2015.07.008