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Insheim - Geothermieanlage

Teil der Kühlanlage des Kraftwerks Inshein. Quelle: GeoFuture

Das Geothermiekraftwerk Insheim ist ein Geothermiekraftwerk im südpfälzischen Ort Insheim. Die Anlage wird seit dem November 2012 von der Pfalzwerke geofuture GmbH betrieben. Die Anlage wandelt thermische Energie aus dem Tiefenwasser in elektrischen Strom um.  

Das Kraftwerk mit einer mittleren elektrischen Leistung von rund 4,3 Megawatt ist beim Erreichen der Auslegungsleistung fähig, bei etwa 8.000 Betriebsstunden im Jahr ca. 33.000 Megawattstunden elektrische Energie zu erzeugen. Rechnerisch können damit rund 8.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden. Die Restwärme reicht aus, um zusätzlich ca. 600 bis 800 Haushalte mit Wärme zu versorgen. Der Aufbau eines Nahwärmenetzes in Insheim wird derzeit geprüft.  

Steckbrief

Name der Anlage

Geothermiekraftwerk Insheim

Standort

Insheim in der Pfalz

Eigentümer/ Betreiber

Pflazwerke geofuture GmbH

Nutzungsart

Geothermische Dublette

Jahr der Inbetriebnahme

2009

Leistung thermisch [MWth]

6-10

Leistung elektrisch [MWel]

4,8

Bohrungen [m]

xxx

Thermalwassertemperaturen [⁰C]

165

Förderraten [kg/s]

80

Sonstiges

 

Beschreibung der Anlage

Die Erzeugung des Stroms erfolgt durch eine ORC-Anlage, die die Energie mithilfe des Trägermediums Isopentan auf eine Turbine überträgt.

Das bei der Geothermieanlage in Insheim eingesetzte Verfahren nutzt die Wärme aus dem Thermalwasser, das über Tiefbohrungen gefördert und über Reinjektionsbohrungen abgekühlt ins Erdreich zurückgeführt wird. Das Thermalwasser wird mit eine Gestängepumpe gefördert. Aufgrund zu geringer Injektivität wurde zur Verbesserung der hydraulischen Eigenschaften der Injektionsbohrung ein Seitenarm (Sidetrack) gebohrt, die ursprüngliche Bohrung jedoch nicht verfüllt, so dass nun für die Reinjektion eine Bohrung mit zwei Armen zur Verfügung steht. Mit einer solchen Ablenkbohrung kann sich das Wasser im Untergrund schneller und großräumiger verteilen. Dadurch ist beim Betrieb ein geringerer Druck nötig, was das seismische Risiko deutlich verringert, trotzdem kommt es weiterhin zu meist nicht fühlbaren Erderschütterungen

Geschichte und Infrastruktur der Anlage

Zeitraum Projektschritt
Ab Februar 2007 Planung und Vorbereitung
Ab November 2007 Beginn der Bohrplatzarbeiten
Juni 2008 bis September 2008 Durchführung der ersten Tiefbohrung
Januar 2009 bis April 2009 Durchführung der zweiten Tiefbohrung
April und November 2009, März bis April 2010 Zirkulationstests, Prüfung der Fließraten und der Temperatur des Thermalwassers
9. April 2010 10:52:22 Uhr Das stärkste in Insheim registrierte Erdbeben mit einer Magnitude von 2,4.
August 2010 bis Oktober 2010 Bohrung eines weiteren Seitenarms
Ab Oktober 2010 Vorbereitungen der Bauarbeiten, Baugenehmigungen, Planung des Kraftwerks
September 2011 bis Oktober 2012 Bau des Übertrageteils
Oktober 2012 Erst-Inbetriebnahme des Kraftwerks
November 2012 Start des Kraftwerksbetriebes
Februar 2013 Betriebsunterbrechung nach Pumpenschaden
Mai 2013 Wiederinbetriebnahme

Literatur

Zur Literatur siehe Literaturdatenbank und/oder Konferenzdatenbank unter dem Stichwort 'Insheim'.

Weblink

de.wikipedia.org/wiki/Geothermiekraftwerk_Insheim 

zuletzt bearbeitet Januar 2020