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Kluftsystem

Rechtwinklige Kluftsysteme in Schluffstein und Schwarzschiefer im ordovizischen Utica-Schiefer bei Fort Plain im US-Bundesstaat New York. Quelle: Michael C. Rygel

Klüfte, die zusammengenommen ein Kluftsystem bilden, sind im Gestein meist in großer Zahl vorhanden. Sie bedingen die Klüftigkeit des Gesteins, über das Kluftvolumen die Speicherfähigkeit für Fluide und, wenn sie zusammenhängend sind, die Kluftpermeabilität des Reservoirs.

Wegen der Vielzahl der Klüfte in einem Gesteinsvolumen werden diese statistisch beschrieben, mit Angaben über die Kluftdichte, die mittleren Kluftgrößen und -weiten aber auch über die Kluftrichtungen (Streichen und Fallen). Die statistischen Angaben bestimmern die makroskopischen (auf das ganze Reservoir bezogenen) Gesteinseigenschaften wie Porosität und Permeabilität.

Die Statistik der Klüfte zeigt, dass Klüfte häufig diskreten Kluftsystemen (Kluftschar) zuzuordnen sind, die beispielsweise in Kluftrosen deutlich voneinander getrennt sind. Diese Kluftzsysteme sind eine Folge der unterschiedlichen tektonischen Beanspruchung in geologischen Zeiten. Oft treten Kluftsysteme aus geomechanischen Gründen paarweise auf, wobei diese dann (nahezu) senkrecht aufeinander stehen.

Bedeutung in der Geothermie

Eine möglichst genaue Beschreibung der Kluftsysteme spielt in der Geothermie zur Bestimmung der Reservoireigenschaften eine bedeutende Rolle, wenn es sich um zu erschließende Kluftaquifere handelt.

zuletzt bearbeitet Januar 2020