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Kohlenkalk (Karbon)

Der Kohlenkalk ist die, im Unterschied zum von klastischen Sedimenten geprägten Kulm, kalkige Flachwasserfazies des Unterkarbons (Mississippium) von Nordwesteuropa. Die Karbonatablagerungen können Mächtigkeiten von mehreren hundert Metern erreichen.

Geologische Merkmale

Kohlenkalk bildete sich vor etwa 359 bis 323 Millionen Jahren in flachen, warmen Meeren am Südrand des Großkontinents Laurussia. Die Ablagerungen sind bis zu mehrere hundert Meter mächtig und sind das Ergebnis einer massiven biogenen Sedimentation. Der Kalkstein ist oft grau und enthält eine Fülle an fossilen Überresten mariner Organismen, insbesondere:

Kohlenkalk-Fazies

Der Bereich der Kohlenkalk-Fazies erstreckte sich von Irland/England, Belgien und die Ardennen über das linksrheinische Schiefergebirge bis nach Polen. Im Bereich Englands wurde die marine Karbonatsedimentation durch mehrere Hochzonen gegliedert (vor allem das London-Brabanter-Massiv und die Normannische Schwelle). Zur Ablagerung kamen Moostierchen-Riffkalke, Schuttkalke und dunkle bituminöse Kalke.

Fossilien

An Fossilien sind vor allem Bryozoen, Korallen, Armfüßer (Brachiopoda), Goniatiten und Crinoiden überliefert. Die Mächtigkeit des Kohlenkalk erreicht 300-700 Meter und ist zur südlich anschließenden Kulm-Fazies durch Riffschutt und Kalkturbidite verzahnt. 

  • Brachiopoden (Armfüßer)
  • Korallen
  • Crinoiden (Seelilien)
  • Bryozoen
  • Foraminiferen

Diese Fossilien belegen die marine Entstehung des Gesteins. Im Gegensatz dazu steht die Kulm-Fazies, die sich zur gleichen Zeit in tieferen Meeresbecken bildete und aus klastischen Sedimenten wie Grauwacken und Tonschiefern besteht. Der Übergang zwischen beiden Faziesräumen ist oft durch Riffschutt und Kalkturbidite

Vorkommen in Deutschland

In Deutschland sind Vorkommen des Kohlenkalks im Untergrund nachgewiesen, insbesondere im Rheinischen Schiefergebirge und in der Nordeifel.

Bedeutung für die Geothermie

Der Kohlenkalk hat auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Aufgrund seiner Porosität und Mächtigkeit gilt er als potenzieller Speicher für geothermisches Wasser, was ihn zu einem interessanten Ziel für geothermische Bohrprojekte macht.

Literatur

Zu Literatur siehe:

zuletzt bearbeitet September 2025, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de