Die Kreide, in der populärwissenschaftlichen Literatur oft auch Kreidezeit (lat. Cretaceum, davon abgeleitet kretazeisch, meist verkürzt kretazisch: kreidezeitlich, die Kreidezeit bzw. entsprechend alte Gesteinsformationen betreffend) ist ein Zeitabschnitt der Erdgeschichte. Innerhalb des Mesozoikums (Erdmittelalter) ist es das jüngste und mit 80 Millionen Jahren das am längsten dauernde chronostratigraphische System (bzw. Periode in der Geochronologie). Sie begann vor rund 145 Millionen Jahren mit dem Ende des Juras und endete vor etwa 66 Millionen Jahren mit dem Beginn des Paläogens, des ältesten chronostratigraphischen Systems des Känozoikums.
Wichtige Merkmale der Kreidezeit
- Geologischer Kontext: Die Kreidezeit war geprägt von der weiteren Aufspaltung des Superkontinents Pangäa. Gondwana und Laurasia trieben immer weiter auseinander, was zur Entstehung der heutigen Kontinente und Ozeanbecken führte.
- Klima: Das Klima war weltweit relativ warm und feucht, mit einem höheren Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre als heute. Große Teile der Kontinente waren von flachen Meeren bedeckt.
- Entstehung des Gesteins Kreide: Das namensgebende Gestein, die Schreibkreide, entstand vor allem in der Oberkreide. Es handelt sich um ein Sedimentgestein, das hauptsächlich aus den Skeletten mikroskopisch kleiner Kalkalgen (Coccolithophoriden) und anderen Meeresorganismen (z.B. Foraminiferen) gebildet wurde. Nach ihrem Tod sanken diese Organismen auf den Meeresboden und bildeten dort mächtige Ablagerungen. Typische Beispiele dafür sind die berühmten weißen Klippen von Dover in England und die Kreidefelsen auf Rügen.
- Tier- und Pflanzenwelt: Die Kreidezeit war das Zeitalter der Dinosaurier, wobei viele bekannte Arten wie der Tyrannosaurus Rex und der Triceratops in dieser Zeit lebten. Es traten jedoch auch die ersten Blütenpflanzen (Angiospermen) und Gräser auf, die sich rasch verbreiteten.
- Massensterben: Das Ende der Kreidezeit ist durch ein großes Massensterben (die Kreide-Paläogen-Grenze) gekennzeichnet, bei dem die Dinosaurier und viele andere Arten ausstarben. Als Ursache wird ein Meteoriteneinschlag kombiniert mit massivem Vulkanismus diskutiert.
Kreide-Geologie in Deutschland
In Deutschland gibt es verschiedene Regionen mit kreidezeitlichen Ablagerungen:
- Norddeutschland: Mächtige Kreide-Ablagerungen finden sich in Norddeutschland, insbesondere in Westfalen, Niedersachsen und Schlesien. Ein bekanntes Beispiel sind die Kreidefelsen auf der Insel Rügen, die zum Nationalpark Jasmund gehören. Hier treten die typischen weißen Kalkgesteine zutage.
- Mitteldeutschland: Im Umfeld des Böhmischen Massivs, wie im Sächsisch-Böhmischen Kreidebecken, finden sich ebenfalls Kreide-Sedimente. Dazu gehören die bekannten Sandsteine der Sächsischen Schweiz, die in der Kreidezeit in einem Flachmeer abgelagert wurden.
- Süddeutschland: Sedimente aus der Kreidezeit sind in Baden-Württemberg nicht weit verbreitet, es gibt aber Hinweise auf kreidezeitlichen Vulkanismus. In Bayern kann die Kreide/Tertiär-Grenze in den Nördlichen Kalkalpen nachgewiesen werden.
Bedeutung für die Geothermie
Die Karksteinschichten der Kreide können interessant für hydrothermale Geothermie sein. Wenn sie nicht ausreichen tief liegen sind sie der Mitteltiefen Geothermie zuzuordnen und bei ihrer Nutzung sind oft zentrale oder dezentrale Wärmepumpen einzusetzen.
Quellen
Teilweise Gemini, überarbeitet
Weblinks
https://de.wikipedia.org/wiki/Kreide_(Geologie)
http://de.wikipedia.org/wiki/Geologische_Zeitskala
Literatur
Zu Literatur siehe:
zuletzt bearbeitet September 2025, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de