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Lovewelle

Oberflächenwellen. Oben: Rayleigh, unten: Love. Quelle: MWegner.de

Lovewellen sind in der Seismik eine besondere Form der Oberflächenwellen, die sich von andern Oberflächenwellen durch die transversale Polarisierung der Teilchenbewegung unterscheiden.

Während bei Rayleighwellen die Teilchen in der Ebene aus Ausbretungsrichtung und Vertikalen (SV) schwingen, ist die Teilchenbewegung bei Lovewellen quer hierzu (transversal, SH).

Oberflächenwellen treten nur an der Grenzfläche von fester Erde und Luft auf. Gelegentlich werden auch Wellen, die an einer Grenzfläche fest/ flüssig geführt werden auch als Oberflächenwellen bezeichnet (Scholtewellen). Die Bezeichnung 'Grenzflächenwellen' scheint richtiger.

Amplituden

Die Amplituden der Oberflächenwellen nehmen frequenzabhängig mit dem Abstand von der führenden Oberfläche ab. Rayleighwellen existieren auch an der Oberfläche eines homogenen Halbraums. Lovewellen nur wenn diesem Halbraum eine Schicht geringer Geschwindigkeit (low velocity layer, LVL) aufgelagert ist.

Ausbreitungsgeschwindigkeit

Die Ausbreitungsgeschwindigkeiten aller Oberflächenwellen sind frequenzabhängig (Dispersion). Dabei ist zwischen Gruppen- und Phasengeschwindigkeiten und deren Dispersionskurven zu unterscheiden. Gruppen-Dispersionskurven können Minima haben (Airyphasen), die zu großen Amplituden führen.

zuletzt bearbeitet Juni 2020