Die Geothermieanlage München-Riem ist der historische Pionier der Stadtwerke München (SWM). Sie markiert den eigentlichen Beginn der Münchner "Fernwärme-Vision".
Mit dem Heizwerk Riem ging 2004 die erste SWM Geothermie-Anlage in Betrieb. Mit dem über 90°C heißen Wasser aus fast 3.000 Metern Tiefe wird der Wärmebedarf der Wohnbebauung in der Messestadt, der Gewerbebetriebe und der Messe München zum größten Teil gedeckt.
Status (in Betrieb, im Bau, in Planung, stillgelegt) | in Betrieb |
Name der Anlage | München-Riem |
Ort/sonstige Bezeichnung | - |
Betreiber (Name) | Stadtwerke München SWM |
Feldname | - |
Bundesland | Bayern |
Koordinaten | 48.134697803069514, 11.716111846935974 |
Art der Nutzung | Hydrogeothermie |
Installierte Leistung geothermisch [MWth] | 14,5 |
Installierte Leistung elektrisch [MWel] | - |
max. Thermalwasser-Temperatur [°C] | 98,4 |
Tiefe - TWD (wirkliche Tiefe) [m] | 2.747 |
Förderrate [kg/s] | 87 |
Jahresproduktion geothermische Wärme [GWh/a] | 64,9 |
Jahresproduktion geothermischer Strom [GWh/a] | - |
Jahr der Inbetriebnahme | 2004 |
Aufsuchung (Erlaubnis), Gewinnung (Bewilligung) | - |
Endprodukt | Wärme |
Anzahl der Bohrungen | Dublette |
Hauptnutzung | Fernwärme |
Nebennutzung | - |
Art des Reservoirs | - |
Geologische Region | Molassebecken |
Betreiberstruktur | kommunal |
Zusätzliche Information | - |
Für die Geothermieanlage Riem wenden die SWM die Methode der hydrothermalen Geothermie an. Zur Nutzung wurden dazu zwei Bohrungen über 2.746 m und 3.020 m tief in den Malm-Karst abgeteuft. Das in dieser Schicht lagernde Tiefengrundwasser mit einer Temperatur von fast 100 °C wird mittels einer Pumpe durch die eine Bohrung nach oben gefördert, gibt seine Wärme über Wärmetauscher an das Nahwärmenetz ab und wird durch die zweite Bohrung wieder zurückgeführt.
Die Anlage in Riem war im Jahr 2004 die erste Geothermieanlage der SWM. Sie wurde im Zuge der Neugestaltung des ehemaligen Flughafengeländes zur "Messestadt Riem" errichtet. Damit bewies München erstmals im großen Stil, dass der Malm-Aquifer (eine wasserführende Kalksteinschicht) unter der Stadt eine verlässliche Energiequelle ist
Die Anlage ist speziell für das lokale Umfeld konzipiert:
Messestadt Riem: Sie versorgt rund 16.000 Bewohner in den Wohngebieten der Messestadt.
Messe München: Auch das weitläufige Gelände der Messe München wird zu einem großen Teil mit dieser regenerativen Wärme beheizt.
Inselnetz: Ursprünglich als eigenständiges Inselnetz geplant, ist die Anlage heute ein fester Bestandteil des wachsenden geothermischen Verbundnetzes der Stadt.
Pumpentechnik: Da die Anlage bereits seit über 20 Jahren in Betrieb ist, wurde die Technik kontinuierlich modernisiert. 2008 wurde beispielsweise die Tauchkreiselpumpe gegen ein leistungsstärkeres Modell ausgetauscht, um die Effizienz weiter zu steigern.
Wirtschaftlichkeit: In den Anfangsjahren war die Auslastung aufgrund der schrittweisen Bebauung der Messestadt niedriger als geplant. Heute gilt die Anlage jedoch als technischer Erfolg und als Blaupause für alle nachfolgenden Projekte (wie Freiham oder das Heizkraftwerk Süd).
https://www.swm.de/privatkunden/unternehmen/energieerzeugung/geothermie.html
Zu Literatur siehe:
zuletzt bearbeitet Februar 2026, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de