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München-Sendling - Geothermieanlage

Die Geothermieanlage in München-Sendling (oft als Projekt Schäftlarnstraße bezeichnet) ist ein wegweisendes Projekt der Stadtwerke München (SWM) und ein zentraler Baustein der Münchner Wärmewende. Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2021 gehört sie zu den größten und leistungsstärksten Anlagen ihrer Art in Europa.

Am Heizkraftwerk Süd in München soll die größte innerstädtische Geothermieanlage Europas stehen. Mittels klimafreundlicher Fernwärme wollen die Stadtwerke München rund 80.000 Münchnerinnen und Münchner versorgen.

Steckbrief

Status (in Betrieb, im Bau, in Planung, stillgelegt)

in Betrieb

Name der Anlage

München Sendling

Ort/sonstige Bezeichnung 

München Süd-Schäftlarnstrasse

Betreiber (Name)

Stadtwerke München SWM

Feldname

-

Bundesland

Bayern

Koordinaten

48.116300282237844, 11.557664351044714

Art der Nutzung

Hydrogeothermie

Installierte Leistung geothermisch [MWth]

53

Installierte Leistung elektrisch [MWel]

-

max. Thermalwasser-Temperatur [°C]

107

Tiefe - TWD (wirkliche Tiefe) [m]

2.089,18

Förderrate [kg/s]

115

Jahresproduktion geothermische Wärme [GWh/a]

393,8

Jahresproduktion geothermischer Strom [GWh/a]

-

Jahr der Inbetriebnahme

2021

Aufsuchung (Erlaubnis), Gewinnung (Bewilligung)

-

Endprodukt

Wärme

Anzahl der Bohrungen

7

Hauptnutzung

Fernwärme

Nebennutzung

-

Art des Reservoirs

-

Geologische Region

Molassebecken

Betreiberstruktur

kommunal

Zusätzliche Information

-

Überblick

Das Geothermieprojekt am Heizkraftwerk Süd an der Schäftlarnstraße in München wird derzeit von den Stadtwerken München als Teil der SWM-Fernwärme Vision 2040 realisiert. Die ersten vorbereitenden Arbeiten wurden im Sommer 2016 durchgeführt. Die alten, für den Kraftwerksbetrieb nicht mehr benötigten Öltanks auf dem Gelände des Heizkraftwerk Süds wurden zurückgebaut, um das Baufeld für die Geothermieanlage frei zu machen. Ende 2017 wurde der Bohrplatz vorbereitet.

Geplant sind sechs Bohrungen, die von einem Sammelbohrplatz aus abgeteuft werden und eine Tiefe zwischen 3.700 und 4.300 Metern erreichen sollen. Die erwartete Thermalwassertemperatur liegt bei etwas 95 Grad Celsius. Die erste Bohrung wurde im Juli 2018 nach dreimonatiger Bohrzeit abgeschlossen. Pumpversuche zeigten, dass in einer Tiefe von 2.800 Metern über 100 Grad heißes Wasser mit einer Schüttung von gut 120 Litern pro Sekunde vorliegt. Die Kennwerte sind somit besser als erwartet. Ende Juli 2018 wurde die Bohranlage auf den nächsten Bohransatzpunkt umgesetzt um Anfang August mit den Arbeiten für die zweite Bohrung zu beginnen. Diese erreichte im Januar 2019 die Endteufe von 3.044 Metern und übertraf ebenfalls die Erwartungen. Im März 2019 folgte die dritte Bohrung. Auch diese erreichte erfolgreich ihr Ziel.

Bis Ende 2019 sollen die Arbeiten an allen sechs Bohrungen abgeschlossen sein und die Anlage mit einer Gesamtleistung von bis zu 50 MW in Betrieb gehen. Eine Besonderheit der Anlage ist, dass alle sechs Bohrungen vom selben Bohrplatz ausgehen. Nach Fertigstellung soll sie dann über die Netze Innenstadt, Sendling und Perlach 80.000 Menschen mit regenerativer Fernwärme aus Geothermie versorgen.

Besonderheiten der Anlage

  • Sechs Bohrungen: Das Besondere an diesem Standort ist die Anzahl der Bohrungen. Es wurden drei Förderbohrungen (um das heiße Wasser nach oben zu bringen) und drei Reinjektionsbohrungen (um das abgekühlte Wasser zurück in die Schicht zu leiten) niedergebracht.

  • Hocheffiziente Einbindung: Die Anlage ist direkt in das bestehende Heizkraftwerk Süd integriert. Durch den Einsatz von Hochtemperatur-Wärmepumpen kann die Energie des Thermalwassers optimal ausgenutzt werden, selbst wenn die Rücklauftemperatur des Fernwärmenetzes schwankt.

  • Beitrag zum Klimaschutz: Die Anlage spart jährlich rund 80.000 Tonnen CO₂ ein und ersetzt damit die Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdgas.

Strategie der Stadtwerke München

München verfolgt das ambitionierte Ziel, bis 2035 die erste deutsche Millionenstadt zu sein, deren Fernwärme zu 100 % aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Hinweis: Die Geothermie ist hierfür die "Base Load" (Grundlast), da sie – im Gegensatz zu Wind oder Sonne – das ganze Jahr über konstant und witterungsunabhängig Energie liefert.

 

Weblinks

https://www.swm.de/energie/fernwaerme/geothermie/schaeftlarnstrasse 

https://lnkd.in/dC3_RzxE

Literatur

Zu Literatur siehe:

zuletzt bearbeitet Februar 2026, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de