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Neuruppin - Geothermieanlage

Nun wird auch Neuruppin in Brandenburg zu einer geothermischen Stadt: In rund 1700 Metern Tiefe findet sich eine Schicht (Aquifer) mit 60 °C warmem, salzhaltigem Thermalwasser (Sole). Überlegungen und Aktivitäten, diese für eine umweltfreundliche und klimaschonende Wärmeversorgung einzusetzen, gibt es bereits seit den Achtziger Jahren. Im Jahr 2005 ging ein Hotel- und Freizeitkomplex in Betrieb, der die im Untergrund reichlich vorhandene geothermische Energie nutzen wird. Darüber hinaus profitiert das Fernwärmenetz der Stadtwerke von dieser sauberen Ressource.  

Steckbrief

Name der Anlage

Heizwerk Neuruppin

Standort

Neuruppin

Eigentümer/ Betreiber

Seetorinvest GmbH

Nutzungsart

Hydrothermale Dublette

Jahr der Inbetriebnahme

2007

Leistung thermisch [MWth]

1,4

Leistung elektrisch [MWel]

-

Bohrungen [m]

1.702

Thermalwassertemperaturen [⁰C]

56

Förderraten [kg/s]

14

Sonstiges

-

Beschreibung der Anlage

Installiert wurde eine sogenannten geothermische Dublette mit einer Förder- und einer Injektionsbohrung. Das warme Wasser wird zur Oberfläche gebracht, über Wärmetauscher ausgekühlt und wieder in den Aquifer zurückgeschickt. Beide Bohrungen befinden sich auf dem selben  Grundstück, die eine senkrecht abgeteuft, die andere in der Tiefe abgelenkt. Dadurch erhält man im Untergrund genügend Abstand zwischen beiden Endpunkten.  

Geologische Situation, Fluide und Geochemie

Das Neuruppiner Thermalwasser liefert aber nicht nur Energie. Sie ist wegen ihrer vermuteten gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe aller Voraussicht nach auch hervorragend für die Verwendung in einem Solebad geeignet (Heilwasser), was die Attraktivität des Standortes erheblich verbessern dürfte.  

Betriebliche Situation

Der Hotel- und Freizeitkomplex erhält Niedertemperaturheiznetze. Somit kann das 60 °C warme Wasser auf direktem Wege einen hohen Anteil an der Wärmeversorgung der Anlage übernehmen. Ein Teil der Fördermenge ist für die Wärmeversorgung der Neuruppiner Bevölkerung vorgesehen. Im Fernwärmenetz der Stadtwerke werden jedoch höhere Temperaturen benötigt, als die Bohrung liefert. Die fehlenden Grade werden mit Hilfe von Gasmotorwärmepumpen hinzugefügt. 

Zuletzt bearbeitet Januar 2020