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Orogen, Orogengürtel

Beispiel für periphere Orogenese. Quelle: Wikimedia Commons

Orogen (zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern ὄρος (óros): Berg und γεννάω (gennáo): erzeugen) bezeichnete früher eine aufgefaltete Geosynklinale. Synonym gebraucht wird der Begriff Tectogen. Ein Orogen ist eine räumlich geschlossene, abgrenzbare Gebirgseinheit, die durch Faltung und Deckenbildung gekennzeichnet ist. Ursprünglich wurde der Begriff für diejenigen Gebirge verwendet, welche Kratone (alte Kontinentalmassen) umgeben.

Heute wird der Begriff in der Geologie allgemeiner benutzt und beschreibt Gebirge, die durch die Kollision von Lithosphärenplatten (Kontinentalplatten) entstanden sind. Ein Orogen stellt also die Knautschzone zweier kollidierender Platten dar. Der Vorgang der Bildung eines Orogens wird Orogenese genannt.

Unterschieden werden innere Orogenese (Auffaltung von Gebirgen durch Kollision zweier Lithosphärenplatten) und periphere Orogenese (Abtauchen einer Lithosphärenplatte unter eine andere, die dadurch angehoben wird). Bekannte Beispiele für die innere Orogenese sind die Alpen, der Himalaya und der Ural. Periphere Orogenese zeigt sich bei der Entstehung der Rocky-Mountains oder der Anden. Der Begriff Orogen hat einen Zeitbezug und bezieht sich immer auf einen bestimmten Zeitrahmen. Für Europa wichtige orogene Phasen sind die kaledonische, variszische (herzynische) und die alpidische Orogenese. Beispiele sind der alpine Orogen oder der Appalachen Orogen.

Bedeutung in der Geothermie

In der Geothermie spielen aktive Orogene eine große Rolle, da die sie häufig mit Vulkanismus und großen geothermischen Potenzialen vebunden sind.

Weblink

https://de.wikipedia.org/wiki/Orogen