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Packertest

Die Testgarnitur bei Packertests besteht aus einem Testgestänge mit Testventil und ein oder zwei Packern (Einfach- oder Doppelpacker. Der Packer, eine 0,5–1 m lange armierte Gummimanschette, ist mechanisch oder hydraulisch-pneumatisch verformbar, so dass er im eingebauten (verformten) Zustand das zu testende Intervall hydraulisch abdichtet. Das Testintervall im Bohrloch ist meistens 1,5–5 m lang.

Während des hydraulischen Tests werden im Testintervall die Temperatur sowie der Druck gemessen und je nach Testgarnitur diese beiden Parameter zusätzlich ober- und unterhalb der Packer aufgezeichnet, um Umläufigkeiten oder Undichtigkeiten erkennen zu können. Das Testprinzip ist wie bei allen hydraulischen Tests dasselbe. Der im Testintervall gemessene Anfangsdruck dient als Referenzdruck, vergleichbar mit dem Ruhewasserspiegel in offenen Bohrlöchern. Bei Packertests wird dieser Anfangsdruck nach dem Setzen des Packers gemessen. Während einer Ausgleichsperiode (sogenannte Compliance-Periode) bauen sich in Tiefbohrungen externe Störungen i. d. R. ab (Ausnahme: Gezeiteneinwirkungen).

Im ersten Testschritt wird der Anfangsdruck im Testintervall durch Förderung oder Injektion von Wasser (in dichtem Gestein: Gas) künstlich verändert. Die Förderung (withdrawal) bewirkt eine Druckabsenkung, die Injektion (injection) eine Druckerhöhung. Im zweiten Testschritt wird die Förderung bzw. Injektion beendet und die Erholung des Drucks bis zum Formationsdruck, dem ungestörten Gebirgsdruck, beobachtet.

Anfangs- und Formationsdruck sollten gleich sein. Auch bei Packertests existiert eine große Anzahl hydraulischer Test-Verfahren. Bei der Auswahl eines geeigneten Verfahrens spielt neben der Zielsetzung vor allem die zu erwartende Gesteinsdurchlässigkeit eine Rolle.

Literatur

Stober, Ingrid; Kurt Bucher (2020): Geothermie, Springer Spektrum, 3. Auflage. ISBN 978-3-662-60939-2 ISBN 978-3-662-60940-8 (eBook). https://doi.org/10.1007/978-3-662-60940-8.

zuletzt bearbeitet September 2020