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Perforationskanone

Beispiel einer Perforationskanone. Quelle: Stober.

Entspricht die Ergiebigkeit des Zielhorizontes nicht vollständig den Erwartungen, so können im Nachhinein zusätzliche Horizonte, die während des Abteufens der Bohrung bereits verrohrt wurden, wieder erschlossen werden, und auf diese Weise die Gesamtproduktivität erhöht werden. Dazu wird die hinterzementierte Verrohrung im entsprechenden Tiefenbereich mit einer sogenannten Perforationskanone aufgeschossen, d. h. durchlöchert (perforiert).

Die über das Steigrohr eingelassene Perforationskanone besitzt zahlreiche Schälchen, die mit Dynamit gefüllt sind. Über die Anordnung und Form der Schälchen, die Zusammensetzung und Menge des Sprengstoffes sowie die zeitliche Steuerung können sehr präzise Löcher in der Vorrohrung, der dahinterliegenden Zementation und dem Gestein erzeugt werden. Es lassen sich damit Eindringtiefen von über 1 m erreichen.

Daneben gibt es auch Perforationstools für einfachere Operationen, die ohne Sprengstoff auf der Basis von hohen hydraulischen Drucken nach dem Prinzip des „Sandstrahlgebläses“ arbeiten.

Literatur

Stober, Ingrid; Kurt Bucher (2020): Geothermie, Springer Spektrum, 3. Auflage. ISBN 978-3-662-60939-2 ISBN 978-3-662-60940-8 (eBook). https://doi.org/10.1007/978-3-662-60940-8.

zuletzt bearbeitet September 2020