Die Perkussionsbohrung, auch Schlagbohrung genannt, ist ein Bohrverfahren, bei dem das Gestein nicht durch Drehung, sondern durch wiederholte Schläge zerkleinert wird. Dabei fällt ein schweres Bohrwerkzeug (Bohrmeißel oder Bohrkopf) immer wieder auf den Bohrlochboden und zertrümmert das Gestein durch seine Aufprallenergie. Das gelöste Bohrgut wird anschließend aus dem Bohrloch entfernt.
Ein schwerer Bohrmeißel oder Bohrkopf wird an einem Seil oder Gestänge befestigt.
Dieses Werkzeug wird angehoben und dann durch Schwerkraft auf den Bohrlochboden fallen gelassen.
Der Aufprall zerkleinert das Gestein.
Das dabei entstehende Bohrklein (Gesteinsbruchstücke) sammelt sich am Bohrlochboden.
Regelmäßig wird das Bohrwerkzeug herausgezogen und das Bohrgut mit speziellen Greifern oder Ventilen (z.B. bei einem Ventilbohrer oder einer Rammschappe) an die Oberfläche befördert.
Das Bohrloch wird in der Regel fortlaufend verrohrt, um ein Einstürzen der Bohrlochwände zu verhindern.
Seilfreifallbohrverfahren (Pennsylvanisches Bohrverfahren): Dies ist eine traditionelle Methode, bei der das Bohrwerkzeug an einem Seil frei in das Bohrloch fällt.
Hammerbohrverfahren (Im-Loch-Hammer-Bohrtechnik): Hierbei wird ein Schlagbohrwerkzeug direkt im Bohrloch durch Druckluft angetrieben. Die Antriebsluft transportiert auch das Bohrklein nach oben. Einige Typen besitzen zusätzlich eine Drehbewegung, sodass der Bohrvorgang als "drehschlagend" bezeichnet wird.
Anwendungsgebiete: Die Perkussionsbohrung wird traditionell im Brunnenbau eingesetzt, insbesondere in festem Gestein. Sie ist auch für kleinere Bohrdurchmesser geeignet und kann dort zum Einsatz kommen, wo Spülbohrverfahren aufgrund der geologischen Bedingungen (z.B. loses Material) nicht ideal sind.
Gute Probengewinnung: Da kein Spülmedium verwendet wird (im reinen Trockenbohrverfahren), sind die gewonnenen Proben in der Regel teufengerecht und wenig vermischt.
Einsatz in verschiedenen Gesteinsarten: Besonders effektiv in hartem, festem Gestein.
Einfache Technik: Das Grundprinzip ist relativ einfach.
Langsamer Bohrfortschritt: Im Vergleich zu modernen Rotary-Bohrverfahren ist die Perkussionsbohrung oft langsamer.
Abhängigkeit von Wasserzufluss: Bei hohem Wasserzufluss kann es schwierig sein, das Bohrloch trocken zu halten oder das Bohrklein effektiv zu fördern.
Erfordert Hilfsverrohrung: Insbesondere bei der Gefahr von Nachfall ist eine kontinuierliche Verrohrung des Bohrlochs notwendig.
Begrenzte Tiefen und Durchmesser: Moderne Methoden wie Drehbohrverfahren ermöglichen oft größere Tiefen und Durchmesser effizienter.
In der modernen Geothermie, insbesondere bei Tiefbohrungen, dominieren in der Regel Drehbohrverfahren (Rotary-Bohrungen) und Richtbohrtechniken, da sie höhere Bohrgeschwindigkeiten und die Ansteuerung komplexer Reservoirstrukturen ermöglichen. Perkussionsbohrungen finden aber weiterhin Anwendung im Brunnenbau und bei bestimmten Spezialanwendungen, wo ihre spezifischen Vorteile zum Tragen kommen.
https://www.youtube.com/watch?v=INtFFkxsuz0
Zu Literatur siehe:
zuletzt bearbeitet Juli 2025, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de