Die Anlage an der Heinrich-Mann-Allee, Potsdam (auf dem Gelände des ehemaligen Tramdepots) ist das Pionierprojekt der Potsdamer Geothermie und markiert einen Meilenstein für die Stadtwerke (EWP)
Status (in Betrieb, im Bau, in Planung, stillgelegt) | in Betrieb |
Name der Anlage | - |
Ort/sonstige Bezeichnung | Heinrich-Mann-Allee |
Betreiber (Name) | Stadtwerke (EWP) |
Feldname | - |
Bundesland | Brandenburg |
Koordinaten | 52.384704, 13.076484 |
Art der Nutzung | Hydrogeothermie |
Installierte Leistung geothermisch [MWth] | 4,3 |
Installierte Leistung elektrisch [MWel] | - |
max. Thermalwasser-Temperatur [°C] | 48 |
Tiefe - TWD (wirkliche Tiefe) [m] | 1.180 |
Förderrate [kg/s] | - |
Jahresproduktion geothermische Wärme [GWh/a] | - |
Jahresproduktion geothermischer Strom [GWh/a] | - |
Jahr der Inbetriebnahme | 2025 |
Aufsuchung (Erlaubnis), Gewinnung (Bewilligung) | - |
Endprodukt | Wärme |
Anzahl der Bohrungen | - |
Hauptnutzung | - |
Nebennutzung | - |
Art des Reservoirs | - |
Geologische Region | Norddeutsches Becken |
Betreiberstruktur | - |
Zusätzliche Information | - |
Tiefe: Die Bohrungen erreichten eine Endteufe von bis zu 2.157 Metern.
Leistung: Die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen bei Weitem. Ursprünglich wurde mit einer Leistung von etwa 2 Megawatt (MW) gerechnet – die tatsächliche thermische Leistung liegt jedoch bei über 4 MW.
Versorgung: Mit der Anlage können etwa 5.000 Haushalte mit CO₂-freier Wärme versorgt werden. Zuerst wird das dort neu entstandene Wohnquartier der ProPotsdam (ca. 750 Wohnungen) bedient, überschüssige Wärme fließt in das allgemeine Fernwärmenetz.
Die Anlage befindet sich mittlerweile im Regelbetrieb. Seit dem Beginn der Heizsaison im Herbst 2025 ist das angrenzende Stadtquartier vollständig auf die Versorgung durch Geothermie umgestellt worden. Damit ist dieses Viertel eines der ersten in Deutschland, das nahezu autark durch tiefe Erdwärme beheizt wird.
Pioniercharakter: Da das "Fündigkeitsrisiko" (das Risiko, nicht genug heißes Wasser zu finden) bei der ersten Bohrung hoch war, investierte die EWP rund 20 Millionen Euro in dieses Projekt. Der Erfolg an der Heinrich-Mann-Allee war der Startschuss für alle weiteren Projekte (wie am Brauhausberg oder künftig in Babelsberg und Nedlitz).
Städtische Integration: Die Anlage wurde mitten in einem dicht besiedelten Gebiet errichtet. Nach Abschluss der Bohrarbeiten wurde der weithin sichtbare, 33 Meter hohe Bohrturm abgebaut. Die eigentliche Technik verschwindet größtenteils im Untergrund oder in einem kompakten Betriebsgebäude, sodass über der Anlage Grün- und Erholungsflächen für die Anwohner entstanden sind.
Die Anlage gilt heute als Paradebeispiel dafür, wie Tiefengeothermie auch in urbanen Räumen erfolgreich zur Dekarbonisierung beitragen kann.
Zu Literatur siehe:
zuletzt bearbeitet Februar 2026, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de