Die Geothermieanlage am Thomas-Müntzer-Platz in Prenzlau besitzt eine maximale thermische Leistung von 500 kW. Sie stellt Wärme zur Beheizung und Warmwasserbereitung von bis zu 550 Wohneinheiten bereit. Nach dem Umbau der Anlage im Jahr 1994 konnte sie als Pilotanlage mit einem neuen Verfahren zur Erdwärmenutzung in Betrieb genommen werden.
Das Geothermie-Projekt in Prenzlau hat aktuell (2026) einen entscheidenden Meilenstein erreicht und geht nun in die nächste Phase über.
Status (in Betrieb, im Bau, in Planung, stillgelegt) | im Bau |
Name der Anlage | Prenzlau |
Ort/sonstige Bezeichnung | - |
Betreiber (Name) | Stadtwerke Prenzlau |
Feldname | Prenzlau-Nord II |
Bundesland | Brandenburg |
Koordinaten | 53.3214811, 13.8614210 |
Art der Nutzung | Hydrogeothermie |
Installierte Leistung geothermisch [MWth] | - |
Installierte Leistung elektrisch [MWel] | - |
max. Thermalwasser-Temperatur [°C] | 43 |
Tiefe - TWD (wirkliche Tiefe) [m] | 1.000 |
Förderrate [kg/s] | 36 |
Jahresproduktion geothermische Wärme [GWh/a] | - |
Jahresproduktion geothermischer Strom [GWh/a] | - |
Jahr der Inbetriebnahme | - |
Aufsuchung (Erlaubnis), Gewinnung (Bewilligung) | - |
Endprodukt | - |
Anzahl der Bohrungen | - |
Hauptnutzung | - |
Nebennutzung | - |
Art des Reservoirs | - |
Geologische Region | - |
Betreiberstruktur | - |
Zusätzliche Information | - |
In einer tiefen Erdwärmesonde (bis 3.000 m Tiefe) zirkuliert aufbereitetes Wasser in einem geschlossenen System. Die Erdwärme dringt durch die Hülle der Sonde und erhitzt das Wasser im Inneren. Vom Boden der Sonde wird es durch das Innenrohr wieder an die Oberfläche gefördert.
Die nach unten strömenden Wassermassen isolieren dabei das nach oben geförderte heiße Wasser von den kälteren Erdschichten, zudem ist die Fließgeschwindigkeit des nach oben geführten Wassers durch der geringeren Querschnittsfläche des Innenrohrs wesentlich höher und somit die Verweilzeit (Abkühlzeit) geringer. Diese beiden Effekte verringern die Auskühlung des geförderten Wassers und erhöhen die Effektivität.
Die Sonde besteht aus der Rohrtour, der Umwältzpumpe, dem Wärmetauscher, der Wärmepumpe und der Regelanlage. Sie ist der Heizkesselanlage vorgeschaltet, die aus drei gas-/ ölgefeuerten Kesseln besteht.
Die Sonde erreicht im Naturumlauf (Thermo-Syphon-Effekt) ohne Umwältzpumpe eine Leistung von 80 - 120 kW. Die Gegebenheiten im Fernwärmenetz erfordern den Einsatz einer Wärmepumpe. In der innovativen Wärmepumpe von Sultzer-Escher-Wyss wird als Kältemittel Ammoniak eingesetzt.
Die Anlage nutzt ein Prinzip, das bereits zu DDR-Zeiten (1989) erprobt, aber wegen Materialproblemen (Salzgehalt des Wassers) damals eingestellt wurde. Heute kommen moderne, korrosionsbeständige Werkstoffe zum Einsatz.
Bohrarbeiten abgeschlossen: Ende Januar 2026 wurden die vorbereitenden Bohrarbeiten erfolgreich beendet. In einer Tiefe von etwa 1.000 Metern wurde eine leistungsfähige Sandschicht erschlossen.
Ergebnisse der Bohrung: Die Tests ergaben eine Förderleistung von ca. 136 m³ pro Stunde. Das geförderte Thermalwasser ist etwa 42,6 °C warm. Damit wurden die Erwartungen der Stadtwerke Prenzlau nahezu punktgenau bestätigt.
Nächster Schritt: Im Laufe des Jahres 2026 starten nun die Ausschreibungen und der Bau der oberirdischen Anlagentechnik. Dazu gehören die Errichtung der Geothermie-Zentrale, die Installation von Großwärmepumpen sowie der Bau der Thermaltrasse.
Zu Literatur siehe:
zuletzt bearbeitet Februar 2026, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de