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Rammkernsondierung

Rammkern Sondiergerät. Quelle: Ekrem Canli

Eine Rammkernsondierung (RKS) ist eine einfache Methode zur Erkundung des Bodenaufbaus und zur Entnahme von Bodenproben aus Lockergesteinen, die in der Geologie, im Bauwesen und bei der Erkundung von Altlasten angewendet wird.

Bei der als umgangssprachlich bezeichneten Rammkernsondierung handelt es sich um eine Kleinrammbohrung gemäß DIN 4021:1990-10, Tab. 3, Zeile 2, welche zu den Kleinbohrverfahren gehört. Der Einsatz von Kleinbohrungen ist begrenzt. Bei Entnahmerohlängen über 1 m wird die höhenmäßige Feststellung der Schichtgrenzen unsicher und es besteht die Gefahr, dass weiche Schichten durch Pfropfenbildung überlagernder fester Schichten verdrängt werden.

Durch das Zurückziehen der DIN 4021 im Jahre 2007 und die Einführung der DIN EN ISO 22475-1 wurde die Methode der Rammkernsondierung für Erkundungen des Bodens und Probennahme unzulässig. Die DIN EN ISO 22475-1, Tab. 2, Zeile 9 degradiert das Kleinrammbohrverfahren zu einem Verfahren der Probennahme der Kategorie C, bei dem nur Proben der Güteklasse 5 gewonnen werden können (nach DIN 4021 noch Güteklasse 3 bis 4).

Dies bedeutet, dass die Struktur des Bodens völlig verändert wird, Schichten sind in situ nicht genau feststellbar. Es kann nur die Schichtenfolge bestimmt werden, jedoch keine Schichtgrenzen. An Proben der Güteklasse 5 dürfen keine bodenmechanischen Laborversuche durchgeführt werden. Dies macht das Verfahren für die üblichen Anwendungen unzulässig.

Werden Rammkernsondierungen für die Untersuchung des Bodenaufbaus, zur Probennahme oder Erkundung von Altlasten eingesetzt, dann stellt dies ein Verstoß gegen die DIN EN ISO 22475-1 dar. Jegliche Informationen, welche mit Rammkernsondierungen direkt (Bodenaufbau) oder indirekt (Proben) gewonnen wurden, sind baurechtlich als mangelhaft einzustufen.

Für die Erkundung des Bodenaufbaus, die Entnahme von Bodenproben usw. muss ein Verfahren nach DIN EN ISO 22475-1 angewandt werden, welches der Entnahmekategorie A oder B zuzuordnen ist. Ein Beispiel wäre das Rotationstrockenbohrverfahren.

Sondiergerät

Die Rammkernsondierung wird mit einer hohlen Sonde aus Stahl, die an einer Seite geschlitzt ist, einem darauf geschraubten Schlagbolzen und einem Schlaggerät durchgeführt. In vielen Fällen kommt ein elektrischer oder motorgetriebener Bohrhammer als Schlaggerät zum Einsatz, in anderen Fällen wird das Schlaggewicht eines kettengetriebenen Bohrgerätes verwendet. Die Sonde wird mit einem hydraulischen Gerät oder in einfachen Fällen mit einem manuellen Doppelhebel herausgezogen (Ziehen der Sonde). Das Abrutschen des Bohrgestänges wird mit einem speziellen Klemmüberwurf verhindert.

Die Sonde besitzt am unteren Ende eine ringförmige Schneide und kommt in verschiedenen Durchmessern zum Einsatz. Gebräuchlich sind 36, 50, 70, und 80, selten auch 100 mm, je nach Bohrziel und Eindringtiefe. Die Länge der Sonde beträgt einen oder zwei Meter. Zwischen Sonde und Schlagkopf können Distanzstangen geschraubt werden, um größere Tiefen zu erreichen. 

Bedeutung in der Geothermie

Rammkernsondierungen können in der Oberflächennahen Geothermie ein Rolle spielen.