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Reaktionsschema

Der Begriff Reaktionsschema hat sich im Zusammenhang mit der Beherrschung technischer Vorgänge eingebürgert. Die Beherrschbarkeit wird dabei durch eine Kombination aus Überwachung (Monitoring) + Reaktionsschema hergestellt. Hierbei ist es eine Voraussetzung, dass es eine Möglichkeit zu Beeinflussung der zu beherrschenden Vorgänge gibt ('Stellschrauben').

Ein Beispiel aus der Geothermie ist die seismische Überwachung hinsichtlich Induzierter Seismizität, die zusammen mit einem Reaktionsschema und anderen Komponenten einen sog. ‚Kontrollierten Betrieb’ ermöglicht.

Ein besonders

einfaches Reaktionsschema

ist die ‚Ampel’ (engl. Traffic light system, TLS)

  • Grün:    weiter so
  • Gelb:    abwarten und beobachten
  • Rot:      stopp

Bei

intelligenten Reaktionsschemata

wird versucht, die Messwerte der Überwachung nicht nur direkt zu verwenden, sondern sie in geeigneter Weise zu bearbeiten, wobei besonders prognostische Elemente (also eine Abschätzung der zukünftigen Entwicklung dieser Größen) wichtig sein können.

Besonders bekannt geworden ist das im

Mediationsverfahren in Rheinland Pfalz

enrwickelte Reaktionsschema (Stufenbplan). Es gilt derzeit für die Kraftwerke Landau und Insheim:

Stufenplan (nach Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland Pfalz)

Stufe

Schwinggeschwindigkeit

Maßnahme

1

0,2 mm/sec < V < 0,5 mm/sec

Benachrichtigung; Dokumentation aller Erschütterungen

2

0,5 mm/sec < V < 1,0 mm/sec oder 5 Ereignisse in 12 h nach 1.

Benachrichtigung; vorübergehende Verringerung der Fließrate

3

1,0 mm/sec < V < 3,0 mm/sec

Benachrichtigung; Auswertung der Ereignisse; vorübergehende stufenweise Reduktion der Fließrate

4

3,0 mm/sec < V < 5,0 mm/sec

Benachrichtigung; Auswertung der Ereignisse; weitere Reduktion der Fließrate

5

5,0 mm/sec < V < 10,0 mm/sec

Benachrichtigung; Betrieb mit minimierter Fließrate über einen längeren Zeitraum in Absprache mit der Bergbehörde

6

V > 10 mm/sec, d.h.
1 Ereignis > 20 mm/sec oder
5 Ereignisse > 10 mm/sec

Herunterfahren des Kraftwerks