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Schadenswirkung (Erdbeben)

Die Schadenswirkung von Erdbeben wird im Wesentlichen durch die makroseismischen Skalen beschrieben, denn hier wird ja die Stärke des Bebens über seine Spürbarkeit oder eben seine Schadenswirkung definiert. Das in der Makroseismik hierbei übliche Maß ist die Intensität die übe Skalen ermittelt wird.

Am gängigsten ist bei uns die

Europäische Makroseismische Skala (EMS-98)

Intensität

Definition

Beschreibung der maximalen Wirkungen (stark verkürzt)

I

nicht fühlbar

Nicht fühlbar.

II

kaum bemerkbar

Nur sehr vereinzelt von ruhenden Personen wahrgenommen.

III

schwach

Von wenigen Personen in Gebäuden wahrgenommen. Ruhende Personen fühlen ein leichtes Schwingen oder Erschüttern.

IV

deutlich

Im Freien vereinzelt, in Gebäuden von vielen Personen wahrgenommen. Einige Schlafende erwachen. Geschirr und Fenster klirren, Türen klappern.

V

stark

Im Freien von wenigen, in Gebäuden von den meisten Personen wahrgenommen. Viele Schlafende erwachen. Wenige werden verängstigt. Gebäude werden insgesamt erschüttert. Hängende Gegenstände pendeln stark, kleine Gegenstände werden verschoben. Türen und Fenster schlagen auf oder zu.

VI

leichte Gebäudeschäden

Viele Personen erschrecken und flüchten ins Freie. Einige Gegenstände fallen um. An vielen Häusern, vornehmlich in schlechterem Zustand, entstehen leichte Schäden wie feine Mauerrisse und das Abfallen von z. B. kleinen Verputzteilen.

VII

Gebäudeschäden

Die meisten Personen erschrecken und flüchten ins Freie. Möbel werden verschoben. Gegenstände fallen in großen Mengen aus Regalen. An vielen Häusern solider Bauart treten mäßige Schäden auf (kleine Mauerrisse, Abfall von Putz, Herabfallen von Schornsteinteilen). Vornehmlich Gebäude in schlechterem Zustand zeigen größere Mauerrisse und Einsturz von Zwischenwänden.

VIII

schwere Gebäudeschäden

Viele Personen verlieren das Gleichgewicht. An vielen Gebäuden einfacher Bausubstanz treten schwere Schäden auf; d. h. Giebelteile und Dachsimse stürzen ein. Einige Gebäude sehr einfacher Bauart stürzen ein.

IX

zerstörend

Allgemeine Panik unter den Betroffenen. Sogar gut gebaute gewöhnliche Bauten zeigen sehr schwere Schäden und teilweisen Einsturz tragender Bauteile. Viele schwächere Bauten stürzen ein.

X

sehr zerstörend

Viele gut gebaute Häuser werden zerstört oder erleiden schwere Beschädigungen.

XI

verwüstend

Die meisten Bauwerke, selbst einige mit gutem erdbebengerechtem Konstruktionsentwurf und -ausführung, werden zerstört.

XII

vollständig verwüstend

Nahezu alle Konstruktionen werden zerstört.

 

Interessant ist, dass bei dieser neueren Skala erstmals auch die Menge (in der Tabelle in fett) und damit Relevanz der Angaben zumindest qualitativ angesprochen wird, so dass (oft fehlerhafte) Einzelbeobachtungen oder Angaben keine Berücksichtigung mehr finden.

Magnitudenskalen

Eine Beziehung zu Magnitudenskalen ist nicht zwingend, da hier die Herdtiefe eines Bebens wesentlich bestimmend ist. Einen groben Bezug zu Lokalmagnituden  gibt die folgende Tabelle.

Lokal Magnitude (ML)

Sprachliche Einteilung der Erdbebenstärke

Erdbebenauswirkungen

Globale Häufigkeit der Ereignisse

Weniger als 2,0

Mikrobeben

Mikroerdbeben sind nicht spürbar.

ca. 8.000 Mal pro Tag

2,0 …< 3,0

Extrem leichtes Beben

Meist nicht spürbar, jedoch meist gemessen.

ca. 1.000 Mal pro Tag

3,0 …< 4,0

Sehr leichtes Beben

Oft spürbar, Schäden jedoch selten.

ca. 49.000 Mal pro Jahr (vermutet)

4,0 …< 5,0

Leichtes Beben

Sichtbares Bewegen von Zimmergegenständen. Erschütterungsgeräusche, meist nur feine Mauer- oder Putzrisse.

ca. 6.200 Mal pro Jahr (vermutet)

Literatur

Grünthal, G. (ed.): European Macroseismic Scale, 1998 (EMS-98). Cahier du Centre Europeen de Geodynamique et de Seismologie 15, Luxembourg, 1998.

Gross, Fritschen, Ritter: Untersuchung induzierter Erdbeben hinsichtlich ihrer Spürbarkeit und eventueller Schadenswirkung anhand der DIN 4150. In: Bauingenieur Nummer 88 (2013).