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Schiefergas

Schiefergas in Deutschland. Quelle: BGR

Schiefergas (englisch shale gas) ist in Tonsteinen gespeichertes Erdgas. .

In Schiefer gib es kein Gas

Schiefer kann weder Gas noch Öl enthalten. Die Begriffe Schiefergas oder Schieferöl sind daher falsch und irreführend. Sie sollten nicht verwendet werden.

Streng genommen ist “Schiefergas” keine korrekte Bezeichnung! Die Bezeichnung Schiefergas ist insofern unglücklich, dass solche Tonsteine, die durch Hitzeentwicklung zu Schiefern geworden sind, das Gas bei diesem Prozess verloren haben. Das Schiefergas wird also gerade in solchen Tonsteinen gefunden, die nicht geschiefert wurden. Trotzdem ist der Begriff auch von der Fachwelt so gebildet worden, da der Begriff Schiefer früher weiter gefasst wurde. Auch im Englischen spricht man von shale gas.

Der Begriff Schiefergas rührt also von der umgangssprachlichen und fachwissenschaftlich falschen Verwendung des Begriffes Schiefer für Tonsteine her. Der Begriff Schiefer wird in der geologischen Fachsprache aber nicht mehr für feinkörnige, gut spaltbare Sedimentgesteine sondern nur noch als Sammelbegriff für metamorphe Gesteine verwendet.

Unkonventionelles Gas

Die aus dem Amerikanischen übernommene Unterteilung in konventionelles und unkonventionelles Gas ist unvorteilhaft und irreführend. Was heute unkonventionell ist kann morgen konventionell sein. In der Lagerstättenkunde ist die Unterteilung in

Schiefergas gilt als „unkonventionelles“ Erdgas. Da das Schiefergas noch in dem Gestein gespeichert ist, in dem es gebildet wurde, geht es um Erdgas im 'Muttergestein’ (parent rock). Man nennt diese Lagerstätten daher auch Primärlagerstätten. Das Gegenteil dazu sind Sekundärlagerstätten, also Lagerstätten in denen der Rohstoff nicht entstanden sondern zugewandert ist. Im Bereich von Metallen werden diese oft Seifen genannt. Im Fall Erdgas erfolgt die Rohstoffwanderung in der Regle gravitativ nach oben (da das Gas viel leichter ist als das umgebende Wasser). Sekundärlagerstätten (konventionelle Erdgaslagerstätten) bilden sich dann in "Fallen", wenn das Gas bei seiner Migration nach oben unterhalb undurchlässiger Schichten gefangen wird (Barriere). Ein Großteil des Gases erreicht allerdingsts die Erdoberfläche und gast in die Atmosphäre aus.

Ein zweites Muttergestein für Erdgas sind Kohleflöze. Hier spricht man dann von 'Kohleflözgas’ (Coal Bed Methane, CBM).

Die gespeicherte Gasmenge (pro Volumeneinheit) in Primärlagerstätten ist meist geringer und die Förderkosten sind höher als in „konventionellen“ Erdgaslagerstätten, denn die Schiefergasförderung ist technisch anspruchsvoller als die Förderung aus konventionellen Lagerstätten (Erdgasfallen).

Literatur

Burri, P.,  Ken Chew, Jung R., Neumann, V.: The Potential of Unconventional Gas – enery bridge to the future, Swiss Bulletin für Applied Geology, 2011

Weblink

http://de.wikipedia.org/wiki/Schiefergas

https://www.energie-lexikon.info/schiefergas.html

zuletzt bearbeitet August 2022, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de