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Seife (Geologie)

Seifen bezeichnen in der Geologie und in der Lagerstättenkunde sekundäre Mineralanreicherungen in Sedimenten wie Sand oder Kies, in denen sich mineralhaltige Körner entsprechend ihrem spezifischen Gewicht durch mechanische Strömungen sortiert, konzentriert und dann abgelagert haben. Vorkommen abbauwürdiger Konzentrationen von Edelmetallen, Schwermineralen oder Edelsteinen werden als Seifenlagerstätten bezeichnet. 

Wegen ihrer Verwitterungsbeständigkeit und ihres hohen Gewichts werden die oben genannten Minerale durch Strömungsverhältnisse, z.B. durch Wind und Wasser verursacht, in Sedimenten konzentriert und abgelagert. Hierbei werden nach Bildungsweise unterschieden:

Typen

Residuale Seifen

die sich an Ort und Stelle durch Verwitterung des Ausgangsgesteins gebildet haben, in dem sich z.B. Gold- oder Cassiterit-Gänge befinden. Oft sind nur die Seifen selbst von wirtschaftlicher Bedeutung, während die unterlagernden Mineralisationen nicht abbauwürdig sind.

Eluviale Seifen

konzentrieren sich in Lockerschuttmassen an Hängen und Böschungen unterhalb der Ausgangsgesteine. Zuweilen reichern sich diese Seifen in vorhandenen Erosionssenken in so genannten Taschen an. Auch in der Nähe von anstehenden Chromit-Lagerstätten bilden sich oft Seifen.

Alluviale Seifen oder Flussseifen

in fließenden Gewässern gehörten in der Vergangenheit zu den wichtigsten Seifenlagerstätten. Trotz der jahrtausendlangen Erfahrung der Menschheit mit solchen Seifen sind die genauen Prozesse der Anreicherung auch heute noch nicht völlig verstanden. Es handelt sich hierbei um ein komplexes Zusammenspiel von Strömungsgeschwindigkeit, Sinkgeschwindigkeit, Auftreten von Turbulenzen, spezifischem Gewicht und der hydraulischen Äquivalenz der Mineralkörner. Die bedeutendsten Seifen bilden sich während der Verlagerung von mäandrierenden Flussarmen, die als „tote Arme“ später recht weit vom Fluss entfernt liegen können.

Strandseifen

sind durch Gezeiten, Meeresströmungen und Wellenschlag entstanden.

Marine Seifen

entstehen grundsätzlich durch die Überflutung von vorhandenen Strandseifen bei Landsenkungen oder der Anhebung des Meeresspiegels.

Äolische Seifen

sind Ausblasungen von Wüsten- und Küstendünen durch den Wind.

Weblink

https://de.wikipedia.org/wiki/Seife_(Geologie)