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Seismizität, natürliche

Globale Erdbebenhäufigkeit. Quelle:USGS
Globale Verteilung der Erdbeben. Quelle: USGS

Die natürliche Seismizität ist die Seismizität im engeren Sinn. Sie wird als natürlich bezeichnet, um sie von der Induzierten Seismizität abzugrenzen, bei der anthropogene Einwirkungen als Ursache eine Rolle spielen. Im Einzelfall ist es oft schwierig, zu entscheiden, ob eine anthropogene Einwirkung eine Rolle gespielt hat (Diskriminierung). Diese wird selbst bei dem verheerenden Beben in China (2009) oder in Pohang, Korea (2018) diskutiert. Es wird von einzelnen Experten für möglich gehalten, dass diese Beben induziert waren.

Seismizität ist ein integraler Bestandteil unserer Umwelt. Ohne sie wäre weder das Erscheinungsbild der Erde in der heutigen Form (Gebirge etc.) denkbar noch Leben auf der Erde. Sie ist eng verknüpft mit der Plattentektonik. Erdbeben sind ein Alltagsphänomen insbesondere wenn wir kleinere Ereignisse mit betrachten und uns nicht auf die wenigen Großschadensbeben beschränken.

Bedeutung für die Geothermie

Für die Geothermie ist die natürliche Seismizität aus mehreren Gründen interessant.

  • Hochenthalpe Erdwärmelagerstätten fallen oft mit Vulkanzonen und damit auch mit Erdbebenzonen zusammen
  • Die natürliche Seismizität bildet, was Magnituden betrifft, einen Rahmen für induzierte Seismizität an einer Lokation. Dieser Rahmen wird erfahrungsgemäß nicht überschritten aber meist auch bei weitem nicht ausgeschöpft.

Literatur

Peter M. Shearer: Introduction to Seismology, Cambridge University Press, New York, 1999 ISBN 978-0-521-66953-5