Die Sequenzstratigraphie ist eine Methode in der Geologie, um die Abfolge von Sedimentgesteinen zu untersuchen und zu unterteilen. Sie betrachtet Sedimentgesteine nicht nur nach ihrer Gesteinsart oder den darin enthaltenen Fossilien, sondern vor allem in Bezug auf die großen, sich wiederholenden Ablagerungsmuster, die durch Schwankungen des Meeresspiegels und tektonische Bewegungen entstehen.
Steigt der Meeresspiegel (Transgression), lagern sich in der Regel feinkörnige, marine Sedimente über den grobkörnigeren Strand- und Flusssedimenten ab. Fällt der Meeresspiegel (Regression), erodieren Flüsse die Küstenregion, und grobkörnige Sedimente lagern sich weiter im Becken ab. Solche Zyklen wiederholen sich über Millionen von Jahren
Die Sequenzstratigraphie basiert auf der Idee, dass diese Zyklen von Meeresspiegelschwankungen und Sedimenteintrag bestimmte, charakteristische Schichtgeometrien und Ablagerungseinheiten erzeugen. Die wichtigsten Begriffe dabei sind:
Dies ist die grundlegende Einheit der Sequenzstratigraphie. Eine Sequenz ist eine Schichtenfolge, die durch eine Erosionsfläche (die Sequenzgrenze) an ihrer Basis und Oberseite begrenzt wird. Diese Sequenzgrenze markiert oft eine Phase, in der der Meeresspiegel stark gefallen ist und Erosion stattfand.
Innerhalb einer Sequenz lassen sich verschiedene "Systemzüge" unterscheiden, die jeweils eine bestimmte Phase im Meeresspiegelzyklus widerspiegeln.
Lowstand Systems Tract (LST): Entsteht, wenn der Meeresspiegel am niedrigsten ist. Sedimente werden weit in das Becken transportiert.
Transgressive Systems Tract (TST): Entsteht während eines Meeresspiegelanstiegs. Die Küstenlinie rückt landeinwärts, und es werden feinkörnigere Sedimente abgelagert.
Highstand Systems Tract (HST): Entsteht, wenn der Meeresspiegel am höchsten ist. Die Küstenlinie progradiert (rückt seewärts), und es lagern sich Sande und Kalke ab.
Durch die Analyse dieser geometrischen Beziehungen und Ablagerungsmuster können weitreichende Rückschlüsse auf die damaligen Umweltbedingungen gezogen werden, wie zum Beispiel globale Meeresspiegelschwankungen und tektonische Aktivitäten, ziehen. Die Sequenzstratigraphie ist daher ein wichtiges Werkzeug, um die Erdgeschichte zu rekonstruieren und ist besonders in der Erdöl- und Gasexploration aber auch in der Tiefen Geothermie von großer Bedeutung.
Auch bei der Exploration geothermischer Lagerstätten mit seismischen Methoden ist die Sequenzstratigrahie das vorrangige Auswerteverfahren.
Zu Literatur siehe:
zuletzt bearbeitet August 2025, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de