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Siedepunkt

Phasendiagramm eines „gewöhnlichen“ Stoffes (oben) und des Wassers (unten). Abszisse: Temperatur, Ordinate: Druck. Quelle: JoWi

Der Siedepunkt (Abkürzung: Sdp.), Verdampfungspunkt oder auch Kochpunkt (Abkürzung: Kp.) eines Reinstoffes ist ein Wertepaar in dessen Phasendiagramm. Er besteht aus zwei Größen: Der Sättigungstemperatur (speziell auch Siedetemperatur) und dem Sättigungsdampfdruck (speziell auch Siededruck) an der Phasengrenzlinie zwischen Gas und Flüssigkeit. Er setzt sich also aus den beiden Zustandsgrößen Druck und Temperatur beim Übergang eines Stoffes vom flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand zusammen.

Der Siedepunkt stellt die Bedingungen dar, die beim Phasenübergang eines Stoffes von der flüssigen in die gasförmige Phase vorliegen, was man als Sieden oder Verdampfen bezeichnet. Zudem ist er für den umgekehrten Vorgang der Kondensation, allerdings nur bei Reinstoffen, identisch mit dem Kondensationspunkt. Beim Verdampfen eines Stoffgemisches kommt es zu einem veränderten Siedeverhalten und man beobachtet einen Siedebereich, anstatt eines einzelnen Siedepunktes. Bei einem Phasenübergang von der flüssigen in die gasförmige Phase unterhalb des Siedepunktes spricht man von einer Verdunstung.

Bedeutung in der Geothermie

Stoffe, die einen niedrigeren Siedepunkt als Wasser haben, können in Geothermie Kraftwerken als Arbeitsmittel verwendet werden (ORC), wenn die Reservoirtemperaturen nicht ausreichend hoch sind, um Wasser als Dampf direkt zu verwenden.

Da der Siedepunkt druckabhängig ist, 'flasht‘ das Thermalwasser in Flash-Kraftwerken zu Dampf bei Druckentlastung, entweder beim Ausfluss an der Erdoberfläche oder innerhalb der technischen Anlage (Separator). Derselbe Vorgang ist der Antrieb der Geysire.

Weblink

https://de.wikipedia.org/wiki/Siedepunkt