Bei der hydraulischen Stimulation (hydraulic fracturing) wird zwischen schaum- und gelbasierten sowie sogenannten Slickwater-Fluiden (slick = glatt) unterschieden. Im Deutschen würde man wohl eher von 'weichem' Wasser oder Weichwasser-Fluid reden.
Der Hauptbestandteil der hochviskosen, gelbasierten Fracfluide ist meist ein mit Additiven vergeltes Wasser, dem zusätzlich vor allem vergüteter Sand und Keramikkügelchen (Proppants) zugegeben werden. Gelbasierte Fracfluide kommen vor allem in klastischen Gesteinen wie Sandsteinen (konventionelle Lagerstätten) zum Einsatz.
Demgegenüber werden in Tonsteinen (unkonventionelle Lagerstätten) vor allem sogenannte extrem niedrigviskose Slickwater-Fluide eingesetzt, die durch Zugabe von Reibungsminderern extrem fließfähig gemacht werden. Slickwater-Fluide bestehen zu 98–99 % aus Wasser sowie 1–1,9 % Stützmitteln und weniger als 1% Additiven.
Slickwater besteht typischerweise zu etwa 98 % bis 99,5 % aus Wasser. Die restlichen Anteile setzen sich aus Stützmitteln und Chemikalien zusammen:
Im Gegensatz zu gelbasierten Fracking-Flüssigkeiten, die eine höhere Viskosität aufweisen, ist Slickwater sehr dünnflüssig.
Merkmal | Vorteil von Slickwater |
Fließrate | Ermöglicht höhere Pumpgeschwindigkeiten bei geringerem Druckverlust. |
Rissgeometrie | Erzeugt tendenziell längere und komplexere (verzweigte) Rissnetzwerke in sprödem Gestein wie Schiefer. |
Rückfluss (Flowback) | Da die Flüssigkeit weniger viskos ist, lässt sie sich nach dem Vorgang leichter wieder aus dem Bohrloch entfernen. |
Kosten | Die Chemikalien für Slickwater sind oft kostengünstiger als komplexe Gel-Systeme. |
Obwohl Slickwater technisch effizient ist, bringt es spezifische Probleme mit sich:
Slickwater wird primär beim Schiefergas-Fracking (Shale Gas) eingesetzt. In Gesteinsformationen mit geringer Durchlässigkeit ist die Erzeugung eines weit verzweigten Rissnetzes wichtiger als die Breite der einzelnen Risse, weshalb die dünnflüssige Konsistenz von Slickwater hier ideal ist.
Da in der Geothermie grundsätzlich nur mit Klarwasser (ohne Additive) stimuliert wird, spielen auch Slickwaterfluide hier keine Rolle.
Teilweise Gemin, überarbeitet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hydraulic_Fracturing
Zu Literatur siehe:
zuletzt bearbeitet April 2026, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de