Die Speicherkapazität gibt an, wie viel Energie (Wärme oder Strom) ein Speicher maximal aufnehmen kann. Es ist die wichtigste Kenngröße zur Charakterisierung eines Speichers. Das Maß für die Speicherkapazität ist J (Joule) oder eine Zehnerpotenz davon wie etwa TJ. Ersatzweise (und nicht SI-konform) werden insbesondere bei Stromspeichern die Kapazitäten auch in Wh bzw. kWh (Kilowattstunden) angegeben.
Wirklich große Speicherkapazitäten sind nur bei unterirdischen Speichern möglich. Dies gilt sowohl für stoffliche Speicher (z.B. Erdgas, Wasserstoff) als auch für Wärmespeicher.
Da der Begriff Speicher sehr allgemein ist und letzlich nur besagt, dass etwas (wie Energie oder Wasser) mit einer Rückhohlabsicht gelagert wird, gilt dies auch für den Begriff Speicherkapazität. In der Geothermie wird auch von der Kapazität eines Poren- oder Kluftvolumens zur Speicherung von Thermalwasser gesprochen. Sie beziffert die Menge an Wasser, die aus diesem Volumen entnommern werden kann (Dimension: kg).
Bei einem Kluftgesteinvolumen im Untergrund (natürlich oder durch Stimulation erzeugt) kann man die Speicherkapazität (Storativity) aus der Menge des Rückflusses (flow back) beim Öffenen der Injektionsbohrung (bleed-off) abschätzen.
Das Wasser, das beim Bleed-off zurückfließt, kommt nicht einfach aus einem leeren Hohlraum. Es wird durch zwei Faktoren nach oben gedrückt:
Die Menge des zurückfließenden Wassers (Vback) steht in direktem Verhältnis zur Druckänderung (ΔP) und dem betroffenen Volumen (Vres):
Vback = Vres⋅ct⋅ΔP
Dabei ist:
Dabei bedeutet:
Anhand des Verhältnisses von eingepresstem Wasser zu zurückgeflossenem Wasser lässt sich abschätzen, wie viel "hydraulische Energie" noch im Untergrund gespeichert ist. Je mehr Wasser im Untergrund verbleibt, desto größer ist die Gefahr, dass der verbleibende Porendruck in entlegeneren Bereichen noch Stunden später ein Beben auslöst.
Teilweise Gemini, überarbeitet
Zu Literatur siehe:
zuletzt bearbeitet Dezember 2025, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de