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Speicherkapazität

Die Speicherkapazität gibt an, wie viel Energie (Wärme oder Strom)  ein Speicher maximal aufnehmen kann. Es ist die wichtigste Kenngröße zur Charakterisierung eines Speichers. Das Maß für die Speicherkapazität ist J (Joule) oder eine Zehnerpotenz davon wie etwa TJ. Ersatzweise (und nicht SI-konform) werden insbesondere bei Stromspeichern die Kapazitäten auch in Wh bzw. kWh (Kilowattstunden) angegeben.

Bedeutung in der Geothermie

Wirklich große Speicherkapazitäten sind nur bei unterirdischen Speichern möglich. Dies gilt sowohl für stoffliche Speicher (z.B. Erdgas, Wasserstoff) als auch für Wärmespeicher.

Weitere Bergiffsmöglichkeiten

Da der Begriff Speicher sehr allgemein ist und letzlich nur besagt, dass etwas (wie Energie oder Wasser) mit einer Rückhohlabsicht gelagert wird, gilt dies auch für den Begriff Speicherkapazität. In der Geothermie wird auch von der Kapazität eines Poren- oder Kluftvolumens zur Speicherung von Thermalwasser gesprochen. Sie beziffert die Menge an Wasser, die aus diesem Volumen entnommern werden kann (Dimension: kg).

Speicherkapazität eines Kluftgesteinvolumens

Bei einem Kluftgesteinvolumen im Untergrund (natürlich oder durch Stimulation erzeugt) kann man die Speicherkapazität (Storativity) aus der Menge des Rückflusses (flow back) beim Öffenen der Injektionsbohrung (bleed-off) abschätzen.

Physikalischer Hintergrund

Das Wasser, das beim Bleed-off zurückfließt, kommt nicht einfach aus einem leeren Hohlraum. Es wird durch zwei Faktoren nach oben gedrückt:

  1. Kompression des Wassers: Wasser ist zwar schwer komprimierbar, aber bei den enormen Volumina in einer Tiefbohrung macht die geringe Ausdehnung des Wassers bei Druckentlastung bereits eine Menge aus.
  2. Elastizität des Gesteins: Das Gestein im Untergrund wurde durch den Injektionsdruck leicht "aufgebläht". Fällt der Druck ab, ziehen sich die Klüfte zusammen und drücken das Wasser heraus.

Vereinfachte Berechnung

Die Menge des zurückfließenden Wassers (Vback​) steht in direktem Verhältnis zur Druckänderung (ΔP) und dem betroffenen Volumen (Vres​):

Vback ​= Vres​⋅ct​⋅ΔP

Dabei ist:

  • Vres: Das Volumen des Gesteins/Reservoirs, das "unter Druck" gesetzt wurde.
  • ct: Die Gesamtkompressibilität (eine Materialkonstante, die sich aus der Kompressibilität des Wassers und des Gesteins zusammensetzt).
  • ΔP: Die Differenz zwischen dem Injektionsdruck und dem Druck nach der Entlastung.

Dabei bedeutet:

  • Hoher Rückfluss: Deutet darauf hin, dass ein großes Volumen an Gestein erreicht wurde oder dass die Klüfte sehr elastisch reagieren. Das ist oft ein gutes Zeichen für ein produktives Reservoir.
  • Geringer Rückfluss: Kann bedeuten, dass das Wasser in die Ferne "abgehauen" ist (Leak-off) und nicht mehr zurückgeholt werden kann. Das deutet auf eine schlechte Anbindung an das Bohrloch hin.

Bedeutung für die induzierte Seismizität

Anhand des Verhältnisses von eingepresstem Wasser zu zurückgeflossenem Wasser lässt sich abschätzen, wie viel "hydraulische Energie" noch im Untergrund gespeichert ist. Je mehr Wasser im Untergrund verbleibt, desto größer ist die Gefahr, dass der verbleibende Porendruck in entlegeneren Bereichen noch Stunden später ein Beben auslöst.

Quelle

Teilweise Gemini, überarbeitet

Literatur

Zu Literatur siehe:

zuletzt bearbeitet Dezember 2025, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de