Thermoaktive Straßenbeläge ermöglichen die Rückgewinnung verfügbarer erneuerbaren Wärme unter Beibehaltung der mechanischen Eigenschaften, der Haltbarkeit und der Recyclingfähigkeit herkömmlicher Straßenbeläge. Die erneuerbare Wärme wird gewonnen, indem ein Wärmetauscher in die Oberflächenschichten des Straßenbelags integriert wird (unter der Oberflächenschicht, in einer Tiefe von 5 bis 8 cm). Dieser Wärmetauscher besteht aus einem Netzwerk von Rohren, durch die eine Wärmeträgerflüssigkeit (normalerweise zwischen 10 % und 30 % verdünntes Monopropylenglykol) zirkuliert.
Unter Sonneneinstrahlung erwärmt sich diese Wärmeträgerflüssigkeit allmählich und erreicht Temperaturen von bis zu 40 °C. Die gewonnene Wärmeenergie kann entweder sofort oder zeitverzögert genutzt werden. Für die direkte Nutzung entzieht eine Wärmepumpe die notwendige Wärme direkt aus der Wärmeträgerflüssigkeit für den sofortigen Heizbedarf. Wenn der Heizbedarf im Vergleich zum Produktionszeitraum zeitlich verzögert ist, wird die gewonnene Wärme zum Aufladen eines Erdwärmesondenfelds verwendet (Wärmespeicher). Im Winter wird die Energie über eine Wärmepumpe zurückgewonnen.
Eine übliche Nutzung derartiger Anlagen ist die Eisfreihaltung relevanter Straßenabschnitte (Brücken, Auffahrten etc.) im Winter.
Kürten S.: Zur thermischen Nutzung des Untergrunds mit flächigen thermo-aktiven Bauteilen, Dissertation, Fakultät für Bauingenieurwesen: Aachen : Dissertation, Fakultät für Bauingenieurwesen, RWTH Aachen, 2014.
Lebel Emilie, Knut Johannsen, Sandrine Vergne, Alexandre Godard, The thermoactive pavement: a new solution to regenerate geothermal fields, Der Geothermiekongress, 2024
Weitere Literatur siehe:
zuletzt bearbeitet Oktober 2024, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de