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Straubing - Geothermieanlage

In Straubing wird bereits seit den 1990er-Jahren erfolgreich Geothermie genutzt. Es handelt sich dabei um eines der Pionierprojekte in Niederbayern. In Straubing stieß man in ca. 825 m Tiefe auf 36 °C warmes Wasser in ausreichender Menge.

Bereits seit 1992 wird das Hallen- und Freibad AQUAtherm in Straubing mit diesem Thermalwasser versorgt. Die Anerkennung als Heilwasser erfolgte im Mai 2001.

Zusätzlich wurde genehmigt, das Wasser zu Heizzwecken zu nutzen, unter der Bedingung, dass dieses Wasser aus hydrogeologischen Gründen wieder in dasselbe Grundwasser-stockwerk verpresst wird, dem es entnommen wurde. Damit ist die Schonung der Ressourcen sichergestellt.

Wissenschaftliche Gutachten bestätigen außerdem den Trinkheilwassercharakter des Thermalwassers.

Steckbrief

Status (in Betrieb, im Bau, in Planung, stillgelegt)

in Betrieb

Name der Anlage

Straubing

Ort/sonstige Bezeichnung 

-

Betreiber (Name)

Stadtwerke Straubing

Feldname

-

Bundesland

Bayern

Koordinaten

48.875263721244984, 12.555202373991184

Art der Nutzung

Hydrogeothermie

Installierte Leistung geothermisch [MWth]

2,1

Installierte Leistung elektrisch [MWel]

-

max. Thermalwasser-Temperatur [°C]

36,5

Tiefe - TWD (wirkliche Tiefe) [m]

824,8

Förderrate [kg/s]

31,4

Jahresproduktion geothermische Wärme [GWh/a]

2,7

Jahresproduktion geothermischer Strom [GWh/a]

-

Jahr der Inbetriebnahme

-

Aufsuchung (Erlaubnis), Gewinnung (Bewilligung)

-

Endprodukt

Wärme

Anzahl der Bohrungen

Dublette

Hauptnutzung

2 Nahwärmenetze

Nebennutzung

-

Art des Reservoirs

Kalkstein, Dolomit

Geologische Region

Molassebecken

Betreiberstruktur

kommunal

Zusätzliche Information

-

Geschichte und Infrastruktur der Anlage

Im Jahr 1990 wurde die Thermalwasserbohrung THERME I (in der Nähe des AQUAtherms) auf eine Endtiefe von 824,8 m niedergebracht. Das erschlossene Tiefengrundwasservorkommen im Malmaquifer soll mit einer Menge von 45 l/s genutzt werden.

Als Reinjektionsbohrung wurde im Jahr 1992 die THERME II (nächst der Donau) in einer Entfernung von 1680 m von der Therme I gebohrt. Wider Erwarten war die Injektivität der erschlossenen Karbonatgesteine des Malm für einen wirtschaftlichen Verpressbetrieb zu gering.

Zur Realisierung der geothermischen Doublette wurde 1996 die Ablenkbohrung THERME IIa durchgeführt. Es wurde aus der Vertikalbohrung der Therme II ab 600 m eine Ablenkbohrung bis in eine Tiefe von 800 m bei einer Bohrlochlänge von 1087 m niedergebracht. Durch eine Säurestimulation konnte die Injektivität der Sonde verbessert werden, so dass ein wirtschaftlicher Verpressbetrieb im Rahmen der geothermischen Doublette möglich ist. 

Besonderheit: Das Heilwasser

Das in Straubing geförderte Thermalwasser ist seit 2001 staatlich als Heilwasser anerkannt. Es erfüllt sogar die Kriterien für Trinkheilwasser. Ein Teil des Wassers (ca. 5 Liter pro Sekunde) wird direkt für den Badebetrieb im AQUAtherm genutzt, während der Großteil (ca. 40 Liter pro Sekunde) der energetischen Nutzung dient.

Aktueller Kontext & Ausblick (2026)

Im Rahmen der bayerischen Wärmewende (Masterplan Geothermie Bayern) wird Straubing oft als erfolgreiches Beispiel für die Nutzung oberflächennaher bis mitteltiefer Geothermie genannt.

  • Effizienz: Durch Optimierungen (z. B. Säurestimulation zur Verbesserung der Durchlässigkeit des Gesteins) konnte die Wirtschaftlichkeit der Anlage über die Jahre stabil gehalten werden.

  • Zukunft: Während im Raum München deutlich heißere Schichten (über 100 °C) in größerer Tiefe angezapft werden, bleibt Straubing ein Vorbild für die effiziente Nutzung niedrigerer Temperaturniveaus in Kombination mit Wärmepumpentechnologie.

Weblink

https://www.stadtwerke-straubing.com/index.cfm?resid=1&res=&sid=2&skt=3019&pid=3054 

Literatur

Zu Literatur siehe:

zuletzt bearbeitet Februar 20256, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de