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Stylolith

Styloliten sind zahn- oder sägezahnförmige Strukturen, die sich in Gesteinen, insbesondere in Kalkstein aber auch Sandstein, bilden. Sie entstehen durch Drucklösung, einem geologischen Prozess, bei dem Mineralien unter hohem Druck an den Korngrenzen gelöst und in die Porenflüssigkeit transportiert werden.

Merkmale:

  • Aussehen: Styloliten erscheinen oft als dünne, zackige Linien oder Bänder, die sich deutlich von der umgebenden Gesteinsmatrix abheben. Sie können mit unlöslichen Rückständen wie Ton oder organischem Material angereichert sein, was ihre Sichtbarkeit erhöht.

  • Vorkommen: Sie sind am häufigsten in chemisch relativ reinen Gesteinen zu finden, wie z.B. Kalkstein, Dolomit und Marmor.

  • Bedeutung: Styloliten sind wichtige Indikatoren in der Geologie. Sie können Aufschluss über die Kompaktion von Gestein, die Hauptspannungsrichtung und die geologische Geschichte eines Sedimentbeckens geben. Ihre Anwesenheit kann auch die technische Beschaffenheit von Gestein beeinflussen, z. B. bei der Gewinnung von Naturstein.

  • Etymologie: Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort stylos (στῦλος) für „Pfeiler“ oder „Säule“ ab, was die zackige, pfeilerartige Struktur der Styloliten gut beschreibt.

Entstehungsweise

Stylolithen bilden sich in Sedimentgesteinen, wenn erhöhter Auflastdruck (siehe lithostatischer Druck) zu partiellen Auflösungserscheinungen von Mineralen im Gestein führt. Typischerweise verlaufen sie entlang von Schichtflächen. Durch Auftreten seitlichen Druckes (tektonische Beanspruchung) können sie auch an Trennflächen auftreten, die senkrecht oder schrägwinklig zur Sedimentationsebene orientiert sind. Sie sind dann von feinen Frakturen schwer zu unterschieden, wenn sie wenig zackige Formen ausgebildet haben. Da einfache Brüche und Klüfte aber oft auch auf Dehnungsvorgänge zurückgehen, erweitern sich diese in ihrem Verlauf nicht selten und sind dann mit Sekundärmineralen verfüllt, was bei Stylolithen so nicht der Fall ist.

Erscheinungsformen

Stylolithen finden sich häufig in chemisch relativ reinen (monomineralischen) und homogenen Gesteinen. Ihr charakteristisches Bild sind sägezahnförmige zackige Adern. Hauptsächlich treten sie in karbonatischen Sedimentgesteinen und Metamorphiten auf. In seltenen Fällen wurden Stylolithen auch in Quarziten, Sandsteinen und Tonsteinen (Argillite) beobachtet.

Dem Betrachter fallen besonders jene mit roter, violetter oder schwarzer Farbe auf. Stylolithen in grauen und beigen Tönen sind weniger augenscheinlich. Die Farben stammen meist von Eisen- oder Manganoxidimprägnationen, ähnlich den Dendriten in Sedimentgesteinen. Andere Sedimentgesteine enthalten entlang der stylolithischen Strukturen tonige Schichten und Malachiteinlagerungen. Die farbigen Einlagerungen sind Rückstände von Mineralen, die bei der Druckbeanspruchung nicht in Lösung gegangen sind. In manchen Fällen begleitet Calcit und Quarz die unregelmäßige Oberfläche stylolithischer Strukturen.

An den Korngrenzen von Oolithen oder knolligen Gesteinsstrukturen können Mikrostylolithen auftreten. Sie werden bei manchen oolithischen Kalksteinen und Knollenkalken beobachtet.

Eine andere Form stellen bündelartige Erscheinungsformen von Stylolithen im Dezimeterbereich in Sedimentgesteinen dar.

Bedeutung in der Geothermie

Stylolithe spielen in der Geotherme besonders bei der Beurteilung der Permeablität von Sandsteinen eine Rolle. Sie geben auch erste Hinweise auf das Spannungsfeld.

Literatur

Zu Literatur siehe:

zuletzt bearbeitet August 2025, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de