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Traunreut - Geothermieanlage

Geothermiekraftwerk Traunreut. Quelle: GKT

Die heißes Thermalwasser führende Kalksteinschicht in einer Tiefe von ca. 4.500 m unter Geländeoberkante wird in Traunreut durch zwei Bohrungen erschlossen. Aus einer Bohrung wird das ca. 118°C heiße Thermalwasser mittels Pumpe gefördert. Über Tage wird dem Thermalwasser Energie mit Hilfe von Wärmetauschern entzogen.  Anschließend fließt das auf ca. 55°C abgekühlte Thermalwasser wieder über die zweite Bohrung in die Kalksteinschicht zurück. Somit wird kein Thermalwasser entnommen – der Kreislauf ist geschlossen. 

Das Kraftwerk der Geothermischen Kraftwerksgesellschaft Traunreut mbH (GKT) mit Sitz in Traunreut befindet sich am Rand der Staatsstraße zwischen Stein a. d. Traun und Traunreut.

Steckbrief

Name der Anlage

Heizkraftwerk Traunreut

Standort

Traunreut

Eigentümer/ Betreiber

Geothermische Kraftwerksgesellschaft Traunreut

Nutzungsart

Hydrothermale Dublette

Jahr der Inbetriebnahme

2014

Leistung thermisch [MWth]

12

Leistung elektrisch [MWel]

5,5

Bohrungen [m]

4.646

Thermalwassertemperaturen [⁰C]

113

Förderraten [kg/s]

143

Sonstiges

 

Wärmegewinnung

Parallel zum Kraftwerksprozess wird die Wärme des Thermalwassers über einen Wärmetauscher an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Traunreut (SWT) übertragen. Die Fernwärme wird der Stadt bei einer Temperatur von ca. 100°C geliefert, die SWT können je nach Bedarf Wärme aus der Geothermieanlage beziehen und an die Industrie- und Privatkunden im Stadtgebiet Traunreut liefern. 

Stromgewinnung

Im geothermischen Kraftwerk Traunreut wird zur Stromerzeugung zunächst das Thermalwasser dem Wärmetauscher zugeleitet und die vorhandene Wärme an das Arbeitsmittel des ORC- Prozesses (Organic-Rankine-Cycle = Thermodynamischer Kreisprozess nach Rankine) übertragen. Dabei wird das Arbeitsmittel verdampft, der Dampf in einer Turbine entspannt, die wiederum einen Generator antreibt und somit elektrische Energie erzeugt.

Die Verflüssigung des nach der Turbine immer noch dampfförmigen Arbeitsmittels erfolgt in luftgekühlten Kondensatoren und wird erneut den Verdampfern zugeleitet. Der Prozess beginnt von neuem. Auch dieser Kreislauf ist hermetisch geschlossen. Die im Generator erzeugte Spannung wird mittels eines Transformators auf die erforderliche Netzspannung von 20 kV transformiert und in das Schalthaus West der E.ON Bayern AG eingespeist. Das Kraftwerksmodul arbeitet eigenständig und erzeugt unter den gegebenen Rahmenbedingungen wie Thermalwasserstrom, Fernwärmebedarf und Umgebungs-Temperatur eine elektrische Leistung zwischen rund 5,5 Megawatt.  

Geschichte der Anlage

Der Zeitplan für die Bohrungen und die Errichtung des Geothermie Kraftwerks Traunreut sieht folgendermaßen aus:

Bohrplatzbau Juli 2011 - Oktober 2011  
1. Bohrung Januar 2012 - Oktober 2012  
2. Bohrung Oktober 2012 - April 2013  
Bau Fernwärmeübergabestation Mai 2013 - Januar 2014  
Wärmelieferung seit Februar 2014  
Kraftwerksbau August 2014 - Dezember 2015  
Stromlieferung seit Januar 2016

 

Weblink

http://www.geothermie-traunreut.de/geothermie-kraftwerk/