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UNFC 2009

UNFC-2009 Kategorien (ECE, 2013). Quelle: UNFC
Das UNFC-2009 Schema. Quelle UNFC
Struktur zur Integration Erneuerbarer unter dem UNFC-2009 Schirm. Quelle: UNFC

UNFC 2009 ist ein global gültiger Code, um über Energieressourcen zu berichten (Kategorisierung). UNFC 2009 ist kein Standard dafür, wie solche Ressourcen abzuschätzen sind (Quantifizierung).

UNFC 2009 wurde zunächst für fossile Energierohstoffe entwickelt und wird derzeit für Erneuerbare und somit auch Geothermie ausgedehnt. Sie ist in einer weitgehenden Übereinstimmung mit z.B. CRIRSCO und PRMS, den vorexistierenden codes für Erdöl/ Erdgas und mineralische Rohstoffe. Hier beschränkt sich UNFC 2009 auf Brückendokumente (bridging documents). Unter den Erneuerbaren wurden die Geothermiespezifikationen als erste veröffentlicht. Inzwischen (2017) sind auch solche für Biomasse gefolgt. In naher Zukunft werden die UNFC 2009 Spezifikationen die einzigen sein, die für alle Energieformen zur Verfügung stehen für eine einheitliche Klassifizierung.

UNFC-2009 Prinzipien

UNFC 2009 ist ein System, das auf generischen Prinzipien basiert, in dem Quantitäten nach drei fundamentalen Kriterien klassifiziert werden. Diese drei Kriterien werden in einem vorgegebenen System kombiniert.

E-Achse

Der erste Kategoriensatz, die E-Achse, beschreibt die sozialen und ökonomischen Gegebenheiten, also die kommerzielle Machbarkeit. Hierbei spielen auch Marktfaktoren und Rechtliches eine Rolle, ebenso wie Umweltfragen und Vertragliches.

F-Achse

Die zweite Quantität, die F-Achse, bewertet den Reifegrad eines Projektes, die vorliegenden Studien und Pläne. Dies reicht von anfänglicher Exploration bis zu genauer Kenntnis des verkaufsfähigen Produkts. Hier geht es auch um Wetschöpfungsketten und Mangamentprinzipien.

G-Achse

Die dritte Kategorie, die G-Achse, bewertet den Vertrauensgrad oder die Zuverlässigkeit insbesondere der geologischen Informationen über die Lagerstätte, ihr nutzbares Potenzial (ECE, 2013).

Weitere Besonderheiten

  • Es gibt 3 E-Kategorien und je 4 F- und G-Kategorien, die durch numerische Codes wie G3 dargestellt erden. Zu all diesen 11 Kategorien existiert eine erklärende Beschreibung.
  • Es gibt keine Unterkategorien für E2, F3 und F4 und keine für die G Kategorien, zumindest nicht in im Hauptdokument. In den jeweiligen Spezifikationen können mehr Unterkategorien definiert sein.
  • UNFC 2009 vermeided tradierte Begriffe wie 'Reserven' oder 'Ressourcen' und verwandte Begriffe wie 'technische Reserven' oder 'wirtschaftliche Reserven', da diese oft missverstanden weden und nicht eindeutig definiert sind.

Das UNFC 2009 Schema

Das UNFC 2009 Schema kann gegliedert werden in:

  1. Prinzipien - den Klassifikationsrahmen (generisch)
  2. Spezifikationen - die Anwendungsregeln
  3. Richtlinien - nicht-verbindliche Anwendungsrichtlinien

Die Generischen Spezifikationen gelten für alle Energieformen (commodities). Sie sind der allgemein verbindliche Standard.

Jede Energieform, wie z.B. Geothermie hat dann

  • Spezifikationen für alle Erneuerbaren
  • Spezifikationen für Geothermie

Für feste Mineralische Rohstoffe wurde ein anderer Weg gewählt. Hier wurden die vorab existierenden CRIRSCO Vorlagen beibehalten und zu diesen ein 'bridging document' erstellt. Ähnlicher gilt für Erdöl mit einem bridging document zu PRMS und für Uran und Thorium mit eine bridging document zu NEA und IAEA (red book).

Anwendung von UNFC-2009 für Erneuerbare

2012 äußerte die Rohstoffindustrie den Wunsch nach transparenten und konsistentenKlassificationskriterien für Erneuerbare Energien. UNECE beauftragte EGRC damit zu prüfen, wie die Erneuerbaren in das UNFC 2009 Schema integriert werden können. 2013 wurde auf der vierten EGRC Sitzung in Genf dementsprechend eine 'task force' eingerichtet.

Der Auftrag an diese task force war die Entwicklung eines Satzes von Spezifikationen für die Anwendung von UNFC 2009 für Erneuerbare, beginnend mit eine übergeordneten Dokument für Erneuerbare und nachfolgend Spezifikationen für die einzelnen Energieformen.

Die Spezifikationen für Erneuerbare wurden 2014 veröffentlicht. Danach  etablierte die task force drei Arbeitslinien, wovon eine für Geothermie zuständig war. Dies führte zu einem MoU zwischen IGA und UNECE und einer IGA-Arbeitsgruppe, die Spezifikationen für Geothermie im Frühjahr 2016 vorlegte. Diese wurden nach eine öffentlichen Diskussion noch 2016 durch ESMAP veröffentlicht

Vorgeschlagene Struktur zur Inklusion Erneuerbarer

Die Struktur beinhaltet die 'renewable specifications' und darunter die Spezifikationen für Geothermie, Bio, Wind, Solar und Hydro.

Die drei Ebenen sind:

  • generic specifications
  • renewable specifications und
  • commodity specifications

Diese sind immer zusammen zu sehen, demnach sind auch die Geothermie Spezifikatione kein alleistehendes Dokument.

Anwendungsbeispiele Geothermie

UNECE hat 14 Anwendungsbeispiele von Geothermieprojekten veröffentlicht. Darunter sind sowohl projektbezogene Beispiele, also auch solche für Regionen oder Länder:

  1. Ngatamariki
  2. Habanero.
  3. Insheim
  4. Rotliegend-3 Geothermal Project
  5. Dutch Rotliegend Play Area – Nationwide
  6. Hódmezővásárhely District Heating
  7. Alto Peak
  8. Baslay-Dauin
  9. Canavese GeoDH System
  10. Vertical Ground-Coupled Heat Pump System
  11. Aggregation GSHP-Potential, North Rhine Westphalia
  12. Pauzhetsky geothermal field
  13. Krafla Geothermal Field
  14. Krafla Geothermal Field – 50 MW Power Expansion

Weblinks

http://www.unece.org/hk/energy/se/reserves.html

https://www.unece.org/index.php?id=41931