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Vulkanismus

Ein Vulkan ist eine geologische Struktur, die entsteht, wenn Magma (Gesteinsschmelze) bis an die Oberfläche eines Planeten (z. B. der Erde) aufsteigt. Alle Begleiterscheinungen, die mit dem Aufstieg und Austritt der glutflüssigen Gesteinsschmelze verbunden sind, bezeichnet man als Vulkanismus.

Der Begriff „Vulkan“ leitet sich von der italienischen Insel Vulcano ab. Diese ist eine der Liparischen Inseln im Tyrrhenischen Meer. In der römischen Mythologie galt diese Insel als die Schmiede des Vulcanus, des römischen Gottes des Feuers.

In einer Tiefe ab 100 km, in der Temperaturen zwischen 1000 und 1300 Grad Celsius herrschen, schmelzen Gesteine zu zähplastischem Magma, das sich in großen, tropfenförmigen Magmaherden in 2 bis 50 km Tiefe sammelt. Wenn der Druck zu groß wird, steigt das Magma über Spalten und Klüfte der Lithosphäre auf. Magma, das auf diese Weise an die Erdoberfläche gelangt, wird als Lava bezeichnet.

Bei einem Vulkanausbruch werden nicht nur glutflüssige, sondern auch feste oder gasförmige Stoffe freigesetzt (Vulkanismus). Die meisten Vulkane haben annähernd die Form eines Kegels, dessen Hangneigung von der Zähigkeit der Lava abhängt. Die Gestalt kann aber auch unregelmäßig sein oder eine kuppelförmige Aufwölbung bilden.

Vulkanismus in Deutschland

Der Vulkanismus in Deutschland ist vor allem durch die Vulkaneifel und den Laacher See geprägt wird.

Vulkanismus in Deutschland: Heute

  • Aktive Gebiete: Obwohl es in Deutschland keine Vulkane gibt, die aktuell ausbrechen, wird die Region der Vulkaneifel (insbesondere die Osteifel mit dem Laacher See) als vulkanisch aktiv betrachtet.
    • Jüngste Aktivität: Die jüngsten Vulkanausbrüche in Deutschland waren die Entstehung des Ulmener Maars vor etwa 11.000 Jahren und des Laacher See Vulkans vor etwa 13.000 Jahren. Der Ausbruch des Laacher Sees war ein gewaltiges, plinianisches Ereignis (VEI 6), dessen Asche bis nach Nordeuropa verbreitet wurde.
    • Heutige Anzeichen:
      • Mofetten am Laacher See: Im südöstlichen Bereich des Laacher Sees steigen Kohlendioxid-Blasen (Mofetten) auf. Dies sind sichtbare Zeichen des noch andauernden Vulkanismus und zeigen, dass Gase aus dem Erdinneren entweichen.
      • Erdbeben: Es kommt in der Vulkaneifel und im angrenzenden Neuwieder Becken immer wieder zu leichten seismischen Aktivitäten (Mikrobeben), die von tektonischen Spannungen oder Prozessen in der Tiefe herrühren.
      • Bodenhebung: Die tektonische Scholle unter der Eifel hebt sich weiterhin langsam.
  • Andere vulkanisch geprägte Gebiete: Viele andere Regionen in Deutschland zeugen von einer vulkanischen Vergangenheit, gelten aber als erloschen:
    • Vogelsberg (einst größtes zusammenhängendes Vulkangebiet Mitteleuropas)
    • Rhön
    • Siebengebirge
    • Hegau
    • Kaiserstuhl

Vulkanismus in Deutschland: Zukunft

Die Wahrscheinlichkeit eines Vulkanausbruchs in Deutschland in der nahen Zukunft gilt als sehr gering, aber nicht ausgeschlossen.

  • Die Magmakammer unter dem Laacher See:
    • Wissenschaftler überwachen die Magmakammer unter dem Laacher See, da sich dort wieder Magma sammelt.
    • Es wird geschätzt, dass eine Wiederholung des Ausbruchs des Laacher-See-Vulkans erst in vielen tausend Jahren (ggf. Zehntausende) zu erwarten ist, da der Prozess des Wiederbefüllens der Magmakammer sehr lange dauert.
  • Art eines möglichen Ausbruchs:
    • Experten halten einen kleinräumig begrenzten Ausbruch in der Osteifel für am wahrscheinlichsten, der zur Entstehung eines Schlackenkegels oder eines kleineren Maars (Kratersees) führen könnte.
    • Ein erneutes, katastrophales Ereignis wie der Ausbruch des Laacher Sees gilt als sehr unwahrscheinlich.
  • Überwachung:
    • Aufgrund der potenziellen Gefahr wird die vulkanische Aktivität in der Eifel, insbesondere am Laacher See, engmaschig überwacht. Ziel ist es, kleinste Bewegungen oder Veränderungen, die auf aufsteigendes Magma hindeuten, frühzeitig zu erkennen (z. B. verstärkte Erdbeben, stärkere Entgasung).

Zusammenfassend lässt sich sagen: Heute prägt der fossile Vulkanismus die Landschaft Deutschlands, und nur die Eifel zeigt noch Zeichen schwelender Aktivität. Ein zukünftiger Ausbruch ist zwar statistisch möglich, aber ein Ereignis in der Art des Laacher-See-Vulkans liegt voraussichtlich noch in sehr ferner Zukunft.

Bedeutung für die Geothermie

Geothermische Anomalien treten häufig gemeinsam mit Vulkanismus auf.

Geothermisch genutze Vulkangebiete (weltweit)

Volcanic province

Geothermischer Gradient (°C/km)

Reservoir Tiefe (km)

Characteristik

Hasandag

116

10-20

Potenzial für superheiße geothermische Systeme, geschätzter Druck in der Tiefe von 0,3–0,6 GPa, erste Studien deuten auf ein erhebliches geothermisches Potenzial hin.

Newberry

100

3

Umfangreiche geothermische Ressourcen, detaillierte Untersuchungen haben sehr hohe geothermische Gradienten und günstige Reservoireigenschaften gezeigt.

Soultz-sous-Forêts

150

5

Einer der am besten untersuchten EGS-Standorte, umfangreiche Betriebsdaten verfügbar, hohe Temperaturgradienten, tiefe Reservoire.

Krafla

120

2-4

Aktive Vulkanregion, hohes geothermisches Potenzial, detaillierte Untersuchungen zeigen ähnliche thermische und Reservoir-Eigenschaften wie die Hasandag-Region.

Coso

110

2-3

Signifikante geothermische Produktion, vergleichbare Temperaturgradienten und Tiefeneigenschaften wie in der Region Hasandag.

Quelle

Teilweise Gemini, überarbeitet

Weblinks

http://de.wikipedia.org/wiki/Vulkan

https://de.wikipedia.org/wiki/Rinjani

http://de.wikipedia.org/wiki/Eruptionsgewitter

Videos

https://www.youtube.com/watch?v=cUsFgfe-ja4

Literatur

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Soengkono, S., Hochstein, M.P., : Interpretation of magnetic anomalies over the Reporoa geothermal field, Taupo Volcanic Zone, New Zealand. In: Proceedings 18th N.Z. Geothermal Workshop (1996), S. 243–248

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Weitere Literatur siehe:

zuletzt bearbeitet November 2025, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de