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Wärmeleitfähigkeit

Zu den wichtigen thermischen Eigenschaften eines Gesteins zählen die Wärmeleitfähigkeit λ [W m-1 K-1] und die spezifische Wärmekapazität c [J kg-1 K-1]. Die Wärmeleitfähigkeit beschreibt das Ver­mögen eines Stoffes, thermische Energie in Form von Wärme zu transportieren. Die Wärme­kapazität kennzeichnet sein Vermögen, Wärme zu speichern. Letzterer Parameter ist wichtig für die Charakterisierung transienter, d. h. zeitlich veränderlicher Prozesse.

Die Wärmeleitung im Boden erfolgt durch das feste Korngerüst (Feststoffphase), das Bodenwasser (flüssige Phase) und die Bodenluft (gasförmige Phase).

Die Wärmeleitfähigkeit λ ist also ein Maß für die Ausbreitungsgeschwindigkeit thermischer Energie (Wärme) in einem Gesteinskörper. Die spezifische Wärmeleitfähigkeit ist eine temperaturabhängige Materialkonstante. Wertebereiche verschiedener Gesteine können stark variieren. Auch innerhalb eines Gesteins können sich die Angaben sowie Messwerte der spezifischen Wärmeleitfähigkeit in einem breiteren Wertebereich bewegen.

Dies ist auf Unterschiede in der mineralogischen Zusammensetzung sowie des Gesteinsgefüges bzw. unterschiedliche Kompaktions- oder Alterationsgrade zurückzuführen. Die Schichtung oder Schieferung eines Gesteins kann eine Anisotropie, also richtungsabhängig unterschiedliche Wertebereiche, der Wärmeleitfähigkeit bedingen.

Der Hohlraumgehalt bzw. die Gesamtporosität eines Gesteins hat einen starken Einfluss auf die Effizienz des Wärmetransport bzw. die Wärmeleitfähigkeit. Grundsätzlich gilt, je größer die Porosität, desto geringer die Wärmeleitfähigkeit. Entscheidend ist dabei auch Art der Porenraumfüllung. Festgesteine oder Lockersedimente mit einem wassergesättigten Porenporenraum leiten Wärme deutlich besser als solche, deren Porenraum mit Luft gefüllt sind. Kristalline Gesteine zeigen meist zwei- bis dreimal höhere Wärmeleitfähigkeiten als Lockergesteine.

Maßeinheit

W m-1 K-1

Definition

Die Wärmeleitfähigkeit ist der Quotient aus Wärmestromdichte und dem Temperaturgradienten. Die Wärmeleitfähigkeit ist temperatur- und druckabhängig.

Bestimmung

Messung am Bohrkern im Labor.

Für die Wärmeleitfähigkeit eines Mediums werden meistens die Werte für Zimmertemperatur angegeben. Durch Kenntnis der Reservoirtemperatur und den Vergleich mit Literaturangaben lassen sich Abschätzungen für tiefe Aquifere treffen. Für die Größe der Wärmeleit­fähigkeit ist auch entscheidend, ob die Messungen an trockenen oder feuchten Bohrkernen durchgeführt wurden.

In Bohrungen können Werte der Wärmeleitfähigkeit auch aus gemessenen Temperaturgradienten abgeleitet werden. Generell sind sie ein Ergebnis von Thermal-Response-Tests.

Wertebereich

0,3 bis 7,0 W m-1 K-1

Wärmeleitfähigkeit von Böden (Oberflächennahe Geothermie)

Die Wärmeleitung im Boden erfolgt durch das feste Korngerüst (Feststoffphase), das Bodenwasser (flüssige Phase) und die Bodenluft (gasförmige Phase).

Wesentliche Einflussfaktoren

Die Wärmeleitfähigkeit von Böden ist stark variabel und hängt hauptsächlich von den folgenden Eigenschaften ab:

Bodenfeuchte (Wassergehalt)

Der Wassergehalt ist der maßgebendste Einflussfaktor auf die Wärmeleitfähigkeit.

  • Hohe Feuchtigkeit: Wasser leitet Wärme deutlich besser als Luft. Wasser im Porenraum erhöht die Kontaktflächen zwischen den Bodenpartikeln und ersetzt die schlecht leitende Luft. Dadurch steigt die Wärmeleitfähigkeit stark an.
  • Niedrige Feuchtigkeit (Trockenheit): Luft ist ein sehr schlechter Wärmeleiter (isolierend). Ist der Porenraum mit viel Luft gefüllt, sinkt die Wärmeleitfähigkeit drastisch ab.

Dichte und Porosität

Die Trockendichte des Bodens (oder der Porenraum) beeinflusst die Wärmeleitfähigkeit:

  • Hohe Dichte (geringe Porosität/Verdichtung): Eine dichte, kompakte Struktur mit minimalem Luftvolumen fördert die Wärmeleitfähigkeit, da die Körner enger aneinander liegen und weniger isolierende Luft vorhanden ist. Die Wärmeleitfähigkeit steigt.
  • Geringe Dichte (hohe Porosität): Ein lockerer Boden enthält mehr Luft im Porenraum, was die Wärmeleitung hemmt. Die Wärmeleitfähigkeit sinkt.

Mineralische Zusammensetzung (Bodenart)

Die Art der festen Bodenbestandteile ist wichtig, da verschiedene Minerale unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten aufweisen:

  • Sandige Böden: Böden mit einem hohen Anteil an Quarz (einem häufigen Bestandteil von Sand) haben eine vergleichsweise hohe Wärmeleitfähigkeit, da Quarz selbst ein guter Wärmeleiter ist.
  • Tonige/Schluffige Böden: Böden mit höheren Anteilen an Tonmineralen oder organischer Substanz weisen in der Regel geringere Wärmeleitfähigkeiten auf als quarzreiche Sandböden.

Typische Wertebereiche

Die Wärmeleitfähigkeit kann stark variieren, je nach Bodenart und Zustand (insbesondere Feuchte). Die Werte liegen typischerweise im Bereich von 0,3 bis 7,0 .

Hier sind einige ungefähre Richtwerte für die Wärmeleitfähigkeit verschiedener Zustände:

Bodenart / Zustand

Wärmeleitfähigkeit in

Anmerkungen

Luft

 

Sehr schlechter Wärmeleiter

Wasser

 

Leitet besser als Luft, aber schlechter als die meisten Feststoffe

Quarz (Feststoff)

 

Hoher Leitwert

Trockener Boden (allgemein)

 

Geringe Leitfähigkeit durch viel Luft im Porenraum

Feuchter/Wassergesättigter Sand

 

Hohe Leitfähigkeit durch Quarz und Wasser

Feuchter/Wassergesättigter Lehm/Schluff

 

Mittlere Leitfähigkeit

Trockener Torf/Organischer Boden

 

Sehr geringe Leitfähigkeit

Wärmeleitfähigkeit und spezifische Wärmekapazität von Gesteinen und Geofluiden unter Normalbedingungen

Gestein/Fluide

Wärmeleitfahigkeit λ

(W m1 K1)

spez. Wärmekapazitat c

(kJ kg1 K1)

Kies, Sand, trocken

0,3 - 0,8

0,50 - 0,59

Kies, Sand, nass

1,7 - 5,0

0,85 - 1,90

Ton, Lehm, feucht

0,9 - 2,3

0,80 - 2,30

Kalkstein

2,5 - 4,0

0,80 - 1,00

Dolomit

1,6 - 5,5

0,92 - 1,06

Marmor

1,6 - 4,0

0,86 - 0,92

Sandstein

1,3 - 5,1

0,82 - 1,00

Tonstein

0,6 - 4,0

0,82 - 1,18

Granit

2,1 - 4,1

0,75 - 1,22

Gneis

1,9 - 4,0

0,75 - 0,90

Basalt

1,3 - 2,3

0,72 - 1,00

Quarzit

3,6 - 6,6

0,78 - 0,92

Steinsalz

5,4

0,84

Luft

0,02

1,01

Wasser

0,59

4,18

Quelle

Teilweise Gemini, überarbeitet

Weblinks

https://www.geotis.de/homepage/GeotIS-Startpage

Literatur

GICON: Geothermische Potenzialanalyse Projektstandort Darmstadt: Landesamt, 2024

Kürten, S.: Zur thermischen Nutzung des Untergrunds mit flächigen thermo-aktiven Bauteilen, Dissertation, Fakultät für Bauingenieurwesen:
Aachen : Dissertation, Fakultät für Bauingenieurwesen, RWTH Aachen University, 2014.

Stober, Ingrid; Kurt Bucher (2020): Geothermie, Springer Spektrum, 3. Auflage. ISBN 978-3-662-60939-2 ISBN 978-3-662-60940-8 (eBook). https://doi.org/10.1007/978-3-662-60940-8.

Weitere Literatur siehe:

zuletzt bearbeitet November 2025, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de