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Wärmemarkt

Wärmemarkt. Quelle: LANUV NRW

Wärmemarkt ist ein in der Diskussion um Erneuerbare Energien verwendeter Begriff. Er steht im Zusammenhang mit dem Strommarkt und dem Markt von Energien bei der Mobilität.

Der Wärmemarkt schließt die Kälte (Klimatisierung) ein. In ihm ergeben sich die größten Potenziale zur CO2 Einsparung.

Bedeutung für die Geothermie

Für die Geothermie ist in Deutschland der Wärmemarkt weitaus interessanter als der Strommarkt. Dies gilt sowohl für die tiefe Geothermie aber insbesondere für die oberflächennahe Geothermie. In der Tiefengeothermie ist die nutzbare Leistung bei typischen Dubletten in für den Wärmemarkt etwa 10-mal so groß wie für den Strommarkt. Niedrigere Angaben zur Wärmeauskopplung sind oft darauf zurückzuführen, dass nicht genügend Abnehmer angeschlossen sind oder generell zur Verfügung stehen (demand side management). Dies ist auch meist stark zeitabhängig (Wärmebedarf nur im Winter). KWK- Anlagen werden oft wärmegeführt, so dass de facto Strom vorrangig erzeugt wird zu Zeiten wo Wärme nicht gebraucht wird und nicht verkauft werden kann.

Sektorenkopplung

Insbesondere die Produzenten erneuerbaren Stroms benutzen zunehmend gerne den Begriff 'Sektorenkopplung' wobei dem Wortsinn nach die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität gemeinsam oder ganzheitlich gesehen werden sollen. Hinter diesem positiv belegten Begriff wird oft aber das Streben nach eine Vollelektrifizierung aller drei Sekoren (electricity only) versteckt.

Sowohl tiefe als auch oberflächennahe Geothermie leisten einen bemerkenswerten Beitrag zur Sektorenkopplung, also zur Kopplung der Sektoren Strom und Wärme. Eine Erdwärmeheizung der oberflächennahen Geothermie ist wegen des Strombedarfs der Wärmepumpe zu etwa 20% eine Stromheizung. Ähnliches gilt für die tiefe Geothermie wo etwa 20% der Bruttostromerzeugung als Antriebsenergie für die Tiefpumpe benötigt wird.

In beiden Anwendungsbereichen ist es wichtig, dass der benötigte Strom regenerativ erzeugt wird. Wegen der in Wärmesystemen immanenten Trägheit kann der Strombedarf zeitlich an die Erzeugung angepasst werden (demand side management).