In Zwickau-Marienthal wird ein wegweisendes Projekt realisiert, das zeigt, wie die Wärmewende in Städten mit industrieller Vergangenheit gelingen kann. Es handelt sich dabei um eines der deutschlandweit größten Vorhaben zur Nutzung von Grubenwasser für die Wärmeversorgung.
Status (in Betrieb, im Bau, in Planung, stillgelegt) | Forschung |
Name der Anlage | Zwickau |
Ort/sonstige Bezeichnung | - |
Betreiber (Name) | - |
Feldname | - |
Bundesland | Sachsen |
Koordinaten | 50.716949, 12.496606 |
Art der Nutzung | Grubenwasser |
Installierte Leistung geothermisch [MWth] | - |
Installierte Leistung elektrisch [MWel] | - |
max. Thermalwasser-Temperatur [°C] | 26 |
Tiefe - TWD (wirkliche Tiefe) [m] | 628 |
Förderrate [kg/s] | - |
Jahresproduktion geothermische Wärme [GWh/a] | - |
Jahresproduktion geothermischer Strom [GWh/a] | - |
Jahr der Inbetriebnahme | 2018 |
Aufsuchung (Erlaubnis), Gewinnung (Bewilligung) | - |
Endprodukt | Wärme |
Anzahl der Bohrungen | - |
Hauptnutzung | - |
Nebennutzung | - |
Art des Reservoirs | - |
Geologische Region | - |
Betreiberstruktur | - |
Zusätzliche Information | - |
Zwickau nutzt ein Erbe des Steinkohlebergbaus. In den stillgelegten Schächten im Stadtteil Marienthal hat sich über die Jahrzehnte Wasser angesammelt, das durch die natürliche Erdwärme aufgeheizt wird.
Ressource: Das Grubenwasser in einer Tiefe von ca. 600 Metern hat eine konstante Temperatur von etwa 25°C bis 30°C.
Technik: Über eine Dublette (ein Loch zur Entnahme, eines zur Rückführung) wird das Wasser an die Oberfläche gepumpt. Dort entziehen Großwärmepumpen die Energie und heben das Temperaturniveau an, um es für die Heizung von Gebäuden nutzbar zu machen.
Speicherung: Das System ist so konzipiert, dass überschüssige Wärme im Sommer im Boden zwischengespeichert werden kann, um sie im Winter effizienter zu nutzen.
Die Forschungsanlage ist kein reines Industrieprojekt, sondern dient als Reallabor für die Wissenschaft (u.a. in Zusammenarbeit mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau und der Fraunhofer-Gesellschaft).
Ziel ist es, ein komplettes Bestandsquartier in Marienthal nahezu CO₂-neutral mit Wärme zu versorgen. Dies ist technisch deutlich anspruchsvoller als die Versorgung von Neubauten, da ältere Gebäude höhere Vorlauftemperaturen benötigen.
Viele Regionen in Europa (Ruhrgebiet, Nordfrankreich, Schlesien) stehen vor derselben Herausforderung: stillgelegte Bergwerke. Zwickau liefert die Blaupause, wie man diese „Ewigkeitslasten“ in eine nachhaltige Energiequelle verwandelt.
Die Anlage wird oft mit anderen erneuerbaren Quellen kombiniert (z. B. Photovoltaik für den Strom der Wärmepumpen), um ein hybrides, intelligentes Strom-Wärme-System zu schaffen.
Das Projekt befindet sich nach der erfolgreichen Bohrphase und den Tests der Pumpen in der Phase der schrittweisen Inbetriebnahme und wissenschaftlichen Auswertung. Es wird intensiv untersucht, wie sich die Entnahme des Wassers langfristig auf die Geologie und die Temperatur im Untergrund auswirkt.
Teilweise Gemini, überarbeitet
Zu Literatur siehe:
zuletzt bearbeitet Februar 2026, Änderungs- oder Ergänzungswünsche bitte an info@geothermie.de