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Delta (Geologie)

Faziesmodell eines flussdominierten Deltas. Quelle: Wolfgramm.

Ein Flussdelta, auch Deltamündung oder Mündungsdelta, ist eine Flussmündung in einen See oder ein Meer, die durch einen annähernd dreieckigen Grundriss und die Gabelung des Hauptstromes in mehrere Mündungsarme gekennzeichnet ist.

Wortherkunft

Das Wort Delta geht ursprünglich auf den Buchstaben Daleth (, vermutlich „Tür“) der phönizischen Schrift zurück. Um die Mitte des neunten Jahrhunderts v. Chr. wurde dieser als Delta (Δέλτα) in das griechische Alphabet übernommen. Der griechische Historiker Herodot verwendet Delta vierzehn Mal in seinen Historien als geographischen Eigennamen für das Nildelta, wobei er die Ausdehnung des Nildeltas beschreibt, aber keine explizite Parallele zur Form des Buchstabens zieht. Wie Herodot erwähnt, war das Wort Delta für die Mündung des Nil bereits vorher bei den Griechen (Ioniern) bekannt.

Entstehung

Eine Deltamündung entsteht, wenn im Mündungsbereich des Flusses dessen Fließgeschwindigkeit auf faktisch Null abgebremst wird, sodass er das meiste bis dahin noch mitgeführte Material als Sediment ablagert (vgl. → Hjulström-Diagramm). Bei weitgehend konstantem Meeresspiegel verlagert der Fluss seine Mündung über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg durch kontinuierliches Abladen seiner Sedimentfracht immer weiter auf das Meer hinaus, und der vormalige Mündungsbereich verlandet. Die eigenen Ablagerungen versperren ihm dabei zunehmend den Weg zum Meer, sodass der Hauptstrom sich mehrfach aufgabelt. Auf diese Weise entsteht die charakteristische Deltaform, wie sie in Karten und Satellitenaufnahmen bei vielen Flussmündungen zu sehen ist. Voraussetzung für die Bildung von Deltamündungen ist ein geringer Tidenhub im Mündungsbereich, da andernfalls Gezeitenströmungen die ungestörte Aufschüttung eines Mündungsfächers verhindern.

Geologie

Delten wurden zu allen geologischen Zeiten gebildet. Sie wurden dann meist übersedimeniert und sind heute in unterschiedlichen Tiefen und da von geologischem und lagerstättenkundlichem Interesse.

Bedeutung in der Geothermie

Für die Geothermie in Deutschland sind insbesondere die Delten im Norddeutschen Becken (NDB) von Interesse, die von der skandinavischen Entwässerung gebildet wurden. Die Deltaströme weisen oft günstigere hydraulische Eigenschaften (Poroperm) auf als die Umgebung.

Weblink

https://de.wikipedia.org/wiki/Flussdelta

Literatur

Barth, G. (2019): Stratigraphie, Fazies und geothermisches Potenzial von fluvio-deltaischen Ablagerungsräumen der Oberen Trias und des Unteren Jura im östlichen Teil des Mitteleuropäischen Beckens.- Dissertation TU Bergakademie Freiberg, 1-219.

Barth, G., Franz, M., Heunisch, C., Kustatscher, E., Thies, D., Vespermann, J., Wolfgramm, M. (2014): Late Triassic (Norian-Rhaetian) brackish to fresh water habitats at a fluvial-dominated delta plain (Seinstedt, Lower Saxony, Germany). - Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments, 94, 3: 1-34.

Zimmermann, J., Franz, M., Schaller, A., Wolfgramm, M. (2018): The Toarcian-Bajocian deltaic system in the North German Basin: subsurface mapping of ancient deltas – morphology, evolution and controls. Sedimentology, DOI: 10.1111/sed.12410.

Zimmermann, J., Franz, M., Wolfgramm, M. (2014): The late Aalenian Polyplocussandstein Formation in SE Lower Saxony, Germany: Meandering distributary and crevasse splay sedimentation on a lower deltaic plain. – N. JB., Geol. Paläont. Abh., 271/1: 69-94.

zuletzt bearbeitet März 2020