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Laufzeitkurve

Schematisches Laufzeitdiagramm verschiedener seismischer Wellen mit den dazugehörigen Strahlwegen. Blau: direkte seismische Welle, grün: Kopfwelle. Quelle: Ingo Wölbern

Laufzeitdiagramm ist ein Begriff aus der Seismik sowie der Seismologie und ist die grafische Darstellung der seismischen Wellenausbreitung, genauer der zurückgelegten Entfernung seismischer Wellenzüge (Laufweg), mit der Zeit. Üblicherweise wird dabei die Entfernung (offset) auf der x-Achse und die Zeit auf der y-Achse aufgetragen.

Das zu Grunde liegende Prinzip ist die Zeitdauer, die eine seismische Welle benötigt, um eine bestimmte Entfernung zurückzulegen. Die Darstellung repräsentiert eine lineare Kette von Seismometern, die das seismische Signal mit zunehmendem Abstand vom Quellort (z. B. Erdbeben, Sprengung, Hammerschlag) aufzeichnen. Da sich seismische Wellen unterschiedlich im Untergrund ausbreiten, erreichen verschiedene sogenannte Phasen das Messinstrument zu unterschiedlichen Zeiten. Die Beziehung von Entfernung und Zeit einer einzelnen Phase wird als Laufzeitkurve (oder auch Laufzeitast) bezeichnet. Sie erlaubt Rückschlüsse über das Geschwindigkeitsprofil des Untergrundes. Die Laufzeitkurven verschiedener Phasen bilden in ihrer Gesamtheit das Laufzeitdiagramm. 

In der Reflexionsseimik, also für Reflexionen sind diese Kurven näherungsweise hyperbelförmig. Die Krümmung nennt man in der englischen Fachterminologie 'move out’. Gelegentlich wird die t vs x Darstellung in eine t2 vs x2 Darstellung umgerechnet wobei aus der Hyperbel eine Gerade wird, was zusätzliche Rechenoperationen ermöglicht.

Weblink

https://de.wikipedia.org/wiki/Laufzeitdiagramm