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Anstehend

Kalksteine des Malm im Donaudurchbruch. Quelle: Kehlheim

Der Geologe bezeichnet beispielsweise ein Gestein als anstehend (Bergmannssprache), wenn es an der Erdoberfläche zugänglich ist.

Als anstehendes Gestein (auch kurz Anstehendes) bezeichnet man in der Geologie an oder nahe der Erdoberfläche befindliches Gestein, das in einem natürlichen Verband mit dem Gestein des Untergrunds steht. Dabei ist es unerheblich, ob dieses Gestein tatsächlich an der Erdoberfläche sichtbar (aufgeschlossen) oder von Boden, künstlich (anthropogen) aufgeschüttetem Material oder, in Polar- und Hochgebirgsregionen, von Gletschereis überdeckt ist. Das Anstehende zeigt die an entsprechender Stelle anzutreffenden, ursprünglichen, von (sub)rezenter (holozäner) Verwitterung, Erosion oder Sedimentation unbeeinflussten geologischen Verhältnisse. Im Umkehrschluss sind (sub)rezente Bildungen, wie Böden (im Sinne der Bodenkunde), Hangschutt, oder anthropogene Aufschüttungen von der Bezeichnung „Anstehendes“ ausgeschlossen.

Angelehnt an die Bergmannssprache wird anstehendes Gestein in der Geologie bisweilen auch als Gebirge bezeichnet. Die bergmännische Bezeichnung Dammerde für den auflagernden Boden ist unter Geologen hingegen heute allgemein ungebräuchlich.

Ist das Anstehende ein Festgestein, spricht man, insbesondere in der Ingenieurgeologie und im Bauwesen, auch von gewachsenem Fels, jedoch beschränkt sich die Bezeichnung „Anstehendes“ nicht ausschließlich auf Festgestein, sondern kann sich auch auf geologisch relativ junge, halb- oder unverfestigte Sedimente beziehen. Letztgenannte werden in bautechnischem Zusammenhang auch als „gewachsener Boden“ bezeichnet, wobei darin auch subrezente Bildungen, beispielsweise Torf, nicht aber der Oberboden, einbegriffen sind.

Bedeutung in der Geothermie

In der Geothermie spielt das anstehende Gestein mehr eine indirekte Rolle. Wenn es einem Gestein entspricht, das andernorts in größerer Tiefe für Geothermie interessant ist, können an ihm Erkenntnisse gewonnen werden, die auch für das tiefliegende Vorkaommen interessant sind. Man spricht dann von einem Analogaufschluss. Beispielsweise stehen die Kalksteine des Malm, der für die Geothermie in Bayern großes Interesse hat, im Donaudurchbruch zu Tage an.

Weblink

https://de.wikipedia.org/wiki/Anstehendes_Gestein