Mitglied werden Sponsor werden

Blowout

Als Blowout wird ein unkontrolliertes Austreten von Bohrspülung, Erdöl und/oder Erdgas aus einem Bohrloch einer Bohr- oder Förderanlage bezeichnet. Oft entzündet sich das Öl bzw. Gas dabei. 

Öl- und Erdgaslagerstätten befinden sich unter gas- und flüssigkeitsdichtem Deckgebirge. Aufgrund der Last dieser Gesteinsmassen steht die darunter befindliche Gas- und Flüssigkeitsblase unter hohem Druck.

Dieser Druck wird bei der Bohrung kompensiert, indem das Bohrloch während der Bohrung mit Bohrflüssigkeit einer hohen Dichte ausgefüllt ist; das Gewicht dieser Flüssigkeitssäule erzeugt einen hydrostatischen Gegendruck. Im Verlauf von Öl- bzw. Gasbohrungen kommt es bisweilen zu unerwarteten Druckanstiegen durch nahegelegene Gas- oder Ölreservoire, die in das Bohrloch drücken.

Dies wird Kick genannt und erfordert eine unmittelbare Reaktion von Seiten des Bohrpersonals. Ein Kick kann durch Druckmessungen und/oder durch Beobachtung der Bohrflüssigkeitsmenge erkannt werden. Wichtigstes Element zur Beherrschung derartiger Druckanstiege ist der Blowout-Preventer, der als Reihe von kombinierten Absperreinrichtungen direkt über dem Bohrloch montiert ist.

Gelingt es nicht, den Kick zu stoppen, kommt es zum Blowout: Gas und/oder Öl strömen ungehindert ins Bohrloch und „blasen den Inhalt des Bohrlochs aus“. Die damit einhergehende Verdrängung der auflastenden Bohrflüssigkeit verschärft das Ungleichgewicht zunehmend. 

Bedeutung in der Geothermie

Auch bei den Bohrungen der Tiefengeohermie besteht grundsätzlich Blowout-Gefahr, da immer unbeabsichtigt Kohlenwasserstoffe angebohrt werden können. Blowout-Preventer sind daher grundsätzlich vorgeschrieben.

Weblink

https://de.wikipedia.org/wiki/Blowout (Tiefbohrtechnik)

zuletzt bearbeitet Mai 2020