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Fossil

Gut erhaltenes Fossil. Quelle: Open University.

Ein Fossil (lateinisch fossilis „ausgegraben“) ist jedes Zeugnis vergangenen Lebens der Erdgeschichte, das älter als 10.000 Jahre ist und sich somit einem geologischen Zeitalter vor dem Beginn des Holozäns zuordnen lässt. Derartige erdgeschichtliche Dokumente können sowohl körperliche Überreste von Lebewesen (Körperfossilien) sein als auch Zeugnisse ihrer Aktivität (Spurenfossilien). Zum Beispiel werden auch versteinerte Trittsiegel und Exkremente (Koprolithe) zu den Fossilien gezählt. Die Entstehung von Fossilien nennt man Fossilisation. Die Erforschung der Fossilien erfolgt in erster Linie durch die Paläontologie.

Wissenschaftlich fundierten Schätzungen zufolge sind etwa eine Milliarde Tier- und Pflanzenarten seit dem Beginn des Phanerozoikums vor 541 Millionen Jahren entstanden und größtenteils wieder ausgestorben. Manche Schätzungen belaufen sich sogar auf 1,6 Milliarden. Weit unter ein Prozent dieses Artenreichtums ist fossil erhalten geblieben, nicht nur wegen der besonderen Umstände, die für die Fossilisation erforderlich sind, sondern auch, weil viele Fossilien im Laufe der Jahrmillionen infolge von Verwitterung, Erosion oder Gesteinsmetamorphose wieder zerstört wurden. Bis 1999 sind rund 250.000 fossile Arten wissenschaftlich beschrieben worden.

Bedeutung in der Geothermie

Wie bei jeder geologischen Exploration spielen Fossilien und insbesondere Leitfossilien bei der stratigrafischen Einordnung von Bohrkernen oder von Bohrklein eine entscheidende Rolle.

Fossil als Adjektiv

  • Fossile Energie wird aus Brennstoffen gewonnen, die in geologischer Vorzeit aus Abbauprodukten von toten Pflanzen und Tieren entstanden sind. Dazu gehören Braunkohle, Steinkohle, Torf, Erdgas und Erdöl. Man nennt diese Energiequellen fossile Energiequellen oder fossile Brennstoffe. Dagegen wird Biomasse aus Holz und weiteren neuzeitlichen organischen Abfällen und Überresten gewonnen. 
  • Fossile Rohstoffe sind alle aus organischem Material hervorgegangenen Rohstoffe. Hierzu zählen Kohle, Erdöl und Erdgas. Sie dienen als Brenn- und Kraftstoff in Kraftwerken, Fahrzeugen und Flugzeugen und als Ausgangsmaterial für die chemische Industrie. 
  • Fossiles Wasser ist Wasser in tiefen Erdschichten, welches bereits seit sehr langen Zeiträumen keinen Kontakt mehr mit der Erdatmosphäre oder Oberflächen-Gewässern hatte, bzw. Grundwasser, welches mindestens vor 10.000 Jahren gebildet wurde. Sein Alter kann mit der Radiokarbonmethode oder anderen Isotopenuntersuchungen bestimmt werden, seine Zusammensetzung (z. B. Gas­gehalte quantitativ wie qualitativ) lässt Rückschlüsse auf seine Entstehungszeit zu. Es gilt als besonders rein. Auch tiefer liegende Wasserschichten von Seen (z. B. dem Tanganjikasee) können als fossiles Wasser bezeichnet werden, wenn die Temperaturschichtung des Sees so stark ist, dass die jahreszeitliche Durchmischung nicht alle Wasserschichten erreicht. Die tiefsten Schichten sind dadurch dauerhaft von der Erdatmosphäre abgeschnitten.  

Literatur

Koenigswald, W. V . (Hrsg.) : Erdgeschichte im Rheinland - Fossilien und Gesteine aus 400 Millionen Jahren.. München : Pfeil, 1994 

Schneider, J. , Gebhardt, U., Gaitsch, B. & Döring, H.: Fossilführung und Biostratigraphie. In : Plein, E. (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland I Norddeutsches Rotliegendbecken Rotliegend Monographien Teil II : 25 - 35. Aufl. Frankfurt : Cour. Forsch. - Inst. Senckenberg, 1995 

Traganso, G., Jux, U., Steuber, T.: Isotopic characteristics of geothermal waters and fossil spring deposits in Mygdonia Basin, Northern Greece. In: Geothermics Nummer 24(1) (February 1995), S. 61-80 

Weblink

https://de.wikipedia.org/wiki/Fossil