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Stoffliche Nutzung der Thermalwässer

Für eine kombinierte Nutzung tiefer Thermalwasservorkommen zur Energieerzeugung und die Extraktion mineralischer Rohstoffe (stoffliche Nutzung) sind die Regionen Norddeutsches Becken und Oberrheingraben mit ihren hochmineralisierten Wässern von Interesse.

Diese Regionen sind zugleich für das teils massive Auftreten von Scaling- und Korrosionsproblemen durch Schwermetalle und geogene Radionuklide bekannt. Die Scales enthalten im konkreten Fall teils stark toxische Schwermetalle und Metalloidverbindungen wie As, Cd, Hg, Pb (Pb-2010), Po-210 und Tl, aber eben auch Cu, In oder Sb. Die Ablagerungen bilden sich an Anlagenkomponenten meist spontan im Zuge von Korrosionsreaktionen an Lokalelementen und beeinträchtigen u.a. die sichere Betriebsführung. 

Die prinzipiellen Vorteile einer stofflichen Nutzung von Thermalsolen im Vergleich zu herkömmlichem Bergbau sind dabei in folgenden Aspekten zu sehen:

  • Kein Aufschluss der Vorkommen in Form klassischer Bergwerke
  • Kein chemischer Aufschluss (Laugung) zum Herauslösen, die interessierenden Stoffe liegen bereits in gelöster Form vor
  • Hohe Förderströme führen auch bei vergleichsweise geringen Konzentrationen zu nutzbarem Rohstoffaufkommen .

Es gibt auch in Deutschland Standorte, an denen aufgrund der hydrochemischen Bedingungen eine stoffliche Nutzung der Thermalsolen prinzipiell in Betracht gezogen werden kann. Dabei könnten standortabhängig erhebliche zusätzliche Erlöse erzielt werden. Im Zuge dessen kann auch ein wirkungsvoller Beitrag zur Vermeidung von Scaling erwartet werden. Voraussetzung hierfür sind leicht anwendbare, robuste Verfahren zur Abtrennung der interessierenden Stoffe. In dieser Hinsicht sind elektrochemische und selektive Adsorptionsverfahren als sehr aussichtsreich anzusehen. 

Literatur

Friedrich, H., J., D. Zschornack, M. Hielscher2 T. Hinrichs, M. Wolfgramm: Verfahrensansätze zur Gewinnung strategischer seltener Metalle auf Basis von Thermalsolen in Deutschland. In: DGK (2017) 

Kabus, F.: Thermische und stoffliche Nutzung geothermischer Ressourcen für einen Hotel- und Freizeitkomplex in Göhren-Lebbin. In: 3. Geothermische Fachtagung, Schwerin (1994)