Mitglied werden Sponsor werden

Bohrpfad

Bohrpfad der Geothermiebohrung Unterhaching GT2 vom Bohrplatz an der Erdoberfläche zum Zielgebiet im Zielhorizont. Quelle: BINE

Der Bohrpfad ist der geplante Verlauf einer Tiefbohrung.

Der Bohrpfad wird als Folge von Koordinaten (X,Y,Z), also einem 3D-Track, vorgegeben. Die Bohrung wird dieser Vorgabe immer nur angenähert folgen. Der Bohrpfad verbindet den Bohrplatz an der Erdoberfläche mit dem Ziegebiet (target) im Zielhorizont. Die genaue Lage des Bohplatzes wird oft durch Gegebenheiten an der Erdoberfläche bestimmt  (geeignetes Grundstück). Das Zielgebiet wird so ausgewählt, dass eine ausreichende Temperatur und Schüttung erwartet werden kann. Häufig werden von ein und demselben Bohrplatz Bohrungen in mehrere Zielgebiete geführt.

Zur Bohrpfadfestlegung sind nicht nur Bohrplatz und Zielgebiet von Interesse. Im Gegensatz, es muss die Bohrung durch das ganze Schichtpaket im Hangendes der Ziels so geführt werden, dass Bohrrisiken minimiert werden. Auch ökonmische Fragen können hier eine Rolle spielen. Notwendig ist eine sorgfältige Exploration des Gesamt-Schichtpakets und nicht nur des Zielhorizonts. Dies erlaubt dann eine Vorhersage möglicher Bohrrisiken und eine Vorhaltung von Gegenmaßnahmen. Dies kann und sollte auch die Vorhaltung von Gerätschaften und Ersatzteilen beinhalten. Insgesamt ist die Festlegung eines optimalen Bohrpfads eine der wesentlichsten Grundsätze für erfolgreiche Geothermieprojekte.

Der Bohrpfad kann während des Abteufens der Bohrung noch verändert und angepasst werden, denn die Bohrung liefert auch permanent neue Erkenntnisse. Möglich sind hier auch Messungen während des Bohrens (measuring while drilling. MWD). Dieses Vorgehen wird als geosteering bezeichnet.